Der neue Firmensitz der Unternehmensgruppe Stolzenhoff an der Wethmarheide wird am 5. Mai eröffnet. © Stolzenhoff
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Stolzenhoff eröffnet an Wethmarheide: „Eigene Messlatte sehr hoch gelegt“

Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Unternehmensgruppe Stolzenhoff: Der bundesweit tätige Caterer nimmt seinen neuen Standort an der Wethmarheide in Betrieb. Er will weiter wachsen.

Gläser, Tische und Partybedarf stapeln sich griffbereit in hohen Regalen. 80.000 Teller, Messer und Gabeln könnten sofort für Bankette, Messen oder Feiern geliefert werden. In der Corona-Pandemie ist das zwar nicht möglich, die Unternehmensgruppe „Stolzenhoff Foodmanufaktur und Meisterfleischerei & Catering Company“ setzt dennoch auf Zukunft: Am 5. Mai eröffnet sie ihren neuen Betriebsstandort an der Wethmarheide 28. Hier verbinden sich auf 12.000 Quadratmetern hochmoderne Technik und traditionelles Handwerk. Beides ist das Fundament für weiteres Wachstum des Unternehmens, das vor Corona 32 Millionen Umsatz im Jahr erwirtschaftete. 50 neue Arbeitsplätze sollen hier geschaffen werden.

Setzen auf Wachstum am neuen Standort: Helmut und Anette Stolzenhoff (v.l.) mit den Söhnen Jan, Dennis und Helmut Christian.
Setzen auf Wachstum am neuen Standort: Helmut und Anette Stolzenhoff (v.l.) mit den Söhnen Jan, Dennis und Helmut Christian. © Jo.Gemke © Jo.Gemke

Schon am 21. April hat die „Meisterfleischerei“ ihre Türen geöffnet. In einem Ambiente aus Stahl, Glas und Holz bietet Stolzenhoff Wurst-und Fleischwaren aus eigener Herstellung an. Seniorchef Helmut Stolzenhoff verwendet dafür alte Rezepte.

Zweistelliger Millionenbetrag

Als „erfreuliches Ereignis“ bezeichnet er nun auch die Eröffnung des neuen Firmensitzes. Anderthalb Jahre hat der Bau gedauert. Zu den Investitionskosten möchte Helmut Stolzenhoff nicht viel sagen, nur, dass es ein „hoher zweistelliger Millionenbetrag“ sei. Mit dem Neubau will das Unternehmen höchsten Qualitätsansprüchen in der Produktion, aber auch gestiegenen Anforderungen im Eventbereich gerecht werden. „Wir legen die eigene Messlatte sehr hoch“, sagt Juniorchef Jan Stolzenhoff.

Am Standort „Auf der Höhe 9“ im Gewerbegebiet Im Berge war eine Erweiterung nicht möglich. 5:0 habe die Familie für den Neubau gestimmt.

Wurst und Schinken aus eigener Herstellung gibt es bei Stolzenhoff.
Wurst und Schinken aus eigener Herstellung gibt es bei Stolzenhoff. © Quiring-Lategahn © Quiring-Lategahn

Mit Helmut (68) und Anette (64) Stolzenhoff ist längst die dritte Generation mit den Söhnen Helmut Christian (42), Dennis (36) und Jan (28) in der Unternehmensgruppe tätig. Die blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte mit Anfängen an der Karl-Haarmann-Straße in Brambauer zurück. Der Standort Auf der Höhe 9 mit Metzgereigeschäft, Räucherei, Veranstaltungssälen und Kühlhäusern bleibt weiterhin erhalten.

Veranstaltungsservice aus einer Hand

In einer Garage haben einst Helmut und Anette Stolzenhoff den Partyservice aufgebaut, längst bietet die Unternehmensgruppe Service aus einer Hand: von eigener Lebensmittelherstellung und Metzgerei bis zur kompletten Dienstleistung für Veranstaltungen. Und das nicht nur bundesweit, sondern auch im benachbarten Ausland.

Für die weitere Expansion sind an der Wethmarheide die Weichen gestellt. Auch die Verkehrsanbindung ist günstig. 65 Autos können dort gleichzeitig beladen werden und ausliefern. 300 Parkplätze sind auf dem Gelände.

Helmut Christian Stolzenhoff hat den Neubau „von der Steckdose bis zum Abfluss“ geplant. 150 Kilometer Kabel sind verlegt und 2700 Tonnen Stahl verbaut worden. Wer quer durch das Betriebsgebäude läuft, legt 180 Meter zurück: Es geht vorbei an Produktionsbereichen für warme und kalte Küche, wo in zwei Schichten am Tag 20.000 Essen zubereitet werden können. Es gibt eine eigene Meisterpatisserie und -Konditorei sowie eine Fleischzerlegung mit Wurstküche, Reiferaum, Naturrauchkammern sowie einer beleuchteten Bergsalzwand. Eine neue Maschine schneidet 200 Steaks in der Minute. Gespült wird in einer sechsspurigen Spülstraße.

Wärme aus Kälteanlagen

Nicht nur modernste Technologie, auch der Umweltgedanke spielt eine Rolle. So werde natürliches Kühlmittel genutzt und heißes Wasser aus der Wärmerückgewinnung von Kälteanlagen erzeugt. Im kommenden Jahr soll eine Photovoltaikanlage auf das Dach, deren 750 kW vom Unternehmen selbst verbraucht und auch für E-Mobilität genutzt werden.

Sowohl energetisch als auch digital stellt sich das Unternehmen neu auf. „Wir freuen uns, wenn wir wieder mit Herzblut Veranstaltungen machen können“, sagt Helmut Christian Stolzenhoff. Dann seien auch die 700 Beschäftigten wieder an Bord, von denen zurzeit aufgrund der Pandemie nicht alle arbeiten könnten. Es sei niemanden gekündigt worden. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezeichnet Seniorchef Helmut Stolzenhoff als „hohes Gut“.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn