Anlieger nervt der Krach auf den Straßen - aber was hilft am besten dagegen?

rnLärmaktionsplan

Der Lärmaktionsplan hat Stufe 3 erreicht - es geht formal voran. Aber wie weiter? Den Vorschlag des TÜV, auf Tempo 30 zu reduzieren, um den Krach zu reduzieren, lehnt der Ratsausschuss ab.

Lünen

, 22.07.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Lünen ist wie alle Kommunen in der EU verpflichtet, einen Lärmaktionsplan aufzustellen. Der Kampf gegen den Krach wird in mehreren Stufen geführt. Der TÜV Rheinland hat für insgesamt sechs besonders belastete Straßenabschnitte im Auftrag der Stadt Maßnahmen vorgeschlagen. Eine Idee: Tempo 30, um den Lärm zu reduzieren. Für die Cappenberger-, die Viktoriastraße und die Borker Straße sind es die einzigen Vorschläge. Weil aber der zuständige Ratsausschuss in seiner Juni-Sitzung eine solche Maßnahme abgelehnt hat, gibt es für eine Reduzierung des Lärms für diese drei Straßen erst einmal keine vorgeschlagenen Maßnahmen mehr. Laut ist es trotzdem.

Zweifel daran, ob Tempo 30 die Lösung sein kann

Mignon Meuter ist an diesem Vormittag auf der Cappenberger Straße unterwegs. Einkaufen, und die Mutter besuchen, die hier wohnt. Was hält die Lünerin von den Vorschlägen?

Sie könne durchaus mit Tempo 30 leben, sagt sie, wenn das denn käme. Allerdings: „Ob das gegen den Lärm hilft?“ Die Lünerin hat da so ihre Zweifel. Sie sorgt sich um mehr Abgase, wenn sich dann, so wie sie befürchtet, hier die Autos stauen. Ihre Mutter störe der Lärm von der Straße nicht so sehr, sie höre aber auch nicht mehr so gut.

Lärm ist nicht das einzige Problem für die Anlieger

Mignon Meuter wohnt im Geistwinkel, in Nordlünen, da wo die Borker Straße, rausführt aus Lünen. Der Lärm hier hat sie bisher nicht gestört, eher die fehlenden Querungshilfen für die viel befahrene Borker Straße: „Ich bin viel mit dem Hund unterwegs. Die nächste Möglichkeit, die Straße sicher zu überqueren ist in Höhe von Haus Wieneke“, klagt sie.

Diskussion auch in den sozialen Netzwerken

Nach unserem Bericht diskutieren inzwischen auch einige Lüner bei Facebook: Dunja Nouri Piraghoum schreibt zum Beispiel: „Die Münsterstraße gehört auch definitiv dazu.“ Sabrina Kuznik findet, dass auch die Moltkestraße zu den lautesten Straßen gehört, und „ganz besonders die Viktoriastraße“. Zur Viktoriastraße hat auch Simone Dorenkamp eine Meinung, sie schreibt: „Hier brettern sogar nachts die Lkw durch. Wir haben hier Dauerlärm.“ Bettina Kausen Hamann findet, die Bebelstraße ist „eine Rennstrecke, besonders nachts in Richtung Horstmar“.

Anlieger nervt der Krach auf den Straßen - aber was hilft am besten dagegen?

Auf die Viktoriastraße ist in den TÜV-Vorschlägen erwähnt. Die Gutachter schlagen Tempo 30 vor, von der Konrad-Adenauer-Straße bis zur Kurt-Schumacher-Straße. Tempo 30 gibt es bisher nur auf einem Teilstück. © Britta Linnhoff

Einen Beschluss wird es voraussichtlich Ende des Jahres geben

Diese Anwohner und alle anderen betroffenen Anwohner müssen nun hoffen, dass man zu einer sinnvollen Lösung kommt. In den nächsten Monaten wird es weitere Stellungnahmen geben; zu den TÜV-Vorschlägen und auch zum Beschluss des Ausschusses. Eine politische Entscheidung im Rat fällt - Stand jetzt - voraussichtlich im November oder Dezember.

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