Vor dem Amtsgericht musste sich ein 34-jähriger Lüner verantworten. Er soll im Streit einen Zwölfjährigen massiv bedroht haben. © Goldstein (A)
Amtsgericht

Streit um Baumaßnahme: Lüner soll Zwölfjährigen massiv bedroht haben

Der langwierige Rechtsstreit um eine Baumaßnahme gipfelte offensichtlich darin, dass ein Lüner (34) den zwölfjährigen Sohn seiner Gegnerin bei einer zufälligen Begegnung massiv bedrohte. Vor Gericht bestritt er das nun. Letztlich erfolglos.

Die Auseinandersetzung, die auch gerichtlich geführt wird, beruht auf dem Vorwurf einer Hauseigentümerin, der Lüner habe bei handwerklichen Arbeiten fehlerhaft gearbeitet. Dadurch soll ein finanzieller Schaden entstanden sein, der sich zwischenzeitlich im Bereich von rund 80 000 Euro bewegen soll. Offenbar war der 34-Jährige, was seine Anschrift betrifft, für Schreiben der Justiz immer wieder nicht auffindbar. Aus diesem Grund machte sie Fotos von den Autos, mit denen er unterwegs war und auch einmal von ihm selbst – in der Hoffnung, so eine Adresse herauszufinden. Auch ihr nunmehr 13 Jahre alter Sohn drückte nach eigenen Angaben bei zwei Gelegenheiten auf den Auslöser der Handykamera, um zwei seiner Fahrzeuge zu fotografieren – zu dessen Verärgerung.

Einspruch gegen Strafbefehl

Am Morgen des 22. Oktober 2020 eskalierte die Situation: Laut Anklage ging der Junge gerade zum Bäcker, als er im Bereich der Karl-Marx-Straße auf den Lüner traf, der ihm daraufhin drohte: „Pass auf, dass ich Dich nicht absteche.“ Das Kind rief danach sofort seine Mutter an, schilderte den Vorfall. Sie schickte ihn zur nahegelegenen Kanzlei der Anwältin, die ohnehin mit dem Fall betraut war, ging ebenfalls dorthin und das Ganze endete mit einer Strafanzeige. Dem Lüner wurde kurz darauf ein Strafbefehl zugestellt: Wegen Bedrohung sollte er 600 Euro Geldstrafe zahlen. Er legte Einspruch ein.

Nun wurde der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt und der 34-Jährige bestritt über seinen Verteidiger, etwas Derartiges geäußert zu haben. Der Anwalt erklärte, sein Mandant fühle sich von der gegnerischen Partei regelrecht verfolgt – auch wegen des Fotografierens. Er habe gesagt: „Verschwinde hier, sonst stecke ich Dir Dein Handy in den Arsch.“ Sicherlich auch nicht schön und das wisse der Lüner. Aber von Abstechen sei nicht die Rede gewesen. Der Angeklagte selbst betonte: „Ich bedrohe bestimmt keine kleinen Kinder.“

Kein Zweifel an Glaubhaftigkeit des Kindes

Das Gericht hörte danach Zeugen aus beiden Lagern. Der Junge blieb bei seiner Version und seine Mutter erklärte, dass er den Ablauf auch gleich so geschildert habe. Die Verlobte des 34-Jährigen brach eine Lanze für ihren Partner, konnte damit aber, milde formuliert, nicht überzeugen. Die Vertreterin der Anklage und der Richter hatten vielmehr keinerlei Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Kindes. Für den Lüner endete der Fall daraufhin mit 750 Euro Geldstrafe.

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