Streit um neue Wasserpreise landet wohl vor Gericht

Stadtwerke Lünen

Die Stadtwerke und die Mitglieder des Verbandes Wohneigentum sind sich am Dienstag nicht einig geworden. Ein Streit über das zu Jahresbeginn eingeführte Systementgelt für Wasser hatte einen Streit entzündet. Dieser wird nun wahrscheinlich vor Gericht ausgetragen.

LÜNEN

, 03.05.2016, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Streit um neue Wasserpreise landet wohl vor Gericht

Ab 2016 passen die Stadtwerke Lünen das Preissystem dem geänderten Verbrauch an.

Es war gut, dass man mal ausführlich miteinander geredet hat. Das blieb Dienstag der kleine gemeinsame Nenner nach einer Informationsveranstaltung der Stadtwerke für Mitglieder des Verbandes Wohneigentum. An den grundsätzlichen Meinungsunterschieden über das neue Preissystem für Trinkwasser änderten gut 100 Minuten Vortrag und Diskussion wenig.

„Noch in diesem Monat gehen die ersten Klagen raus“, sagte anschließend auf Anfrage Otto Korte, Vorsitzender des örtlichen Verbandes für Wohneigentum. Der Verband will  die Einführung des sogenannten Systementgeltes  durch die Stadtwerke zum 1. Januar 2016 gerichtlich überprüfen lassen.

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Wie die Stadtwerke das System verteidigen:

Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg hatte zuvor das Preismodell leidenschaftlich verteidigt. Die Stadtwerke senken zwar den Verbrauchspreis leicht, führen aber zusätzlich zum Grundpreis ein Systementgelt von 28,89 Euro brutto jährlich pro Wohn- und Gewerbeeinheit ein.

Unterm Strich wird somit Wasser für alle Lüner teurer. Aber, so Grunenberg: Das System führe dazu, dass der Anteil, den Bewohner von Mehrfamilienhäusern an den Fixkosten der Trinkwasserversorgung tragen, etwas stärker steigt als jener von Bewohnern von Einfamilienhäusern. Grunenberg hält das für fair und gerecht, da die Durchschnittskosten – auf den Kubikmeter Wasser bezogen – in Einfamilienhäusern höher seien als in Mehrfamilienhäusern. Man habe verhindern wollen, dass sich diese Schere noch weiter öffnet.

Dass man die Preise seit 2009 konstant gehalten habe, um nun im Durchschnitt um fast 8 Prozent zu erhöhen statt Jahr für Jahr um circa ein Prozent, „das war ein Fehler“, meinte Grunenberg rückblickend.

Die Gegenargumente der anderen Streitpartei:

„Wir beklagen uns nicht über die Höhe, wir beklagen uns über das System“, entgegnete Otto Korte, „soziale Ungerechtigkeit bemängeln wir.“ Grunenbergs Argumentation, Bewohner von Mehrfamilienhäusern im Verhältnis stärker zu belasten als jene von Einfamilienhäusern, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Außerdem bestrafen Sie den, der spart“, so Korte. Auch zahlreiche andere Siedlervertreter übten Kritik sowohl am Preismodell wie an der Informationspolitik der Stadtwerke.

Da der Anteil der Fixkosten bei circa 68 Prozent gelegen habe, sagte Grunenberg, sei den Stadtwerken nichts anderes übrig geblieben, „als „den Festkostenblock zu erhöhen, nicht den Verbrauchsblock.“ Auch nach Einführung des neuen Systems zählten die Wasserpreise der Stadtwerke Lünen zu den günstigsten im Vergleich mit Nachbarstädten.

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