Blackout: So bereitet sich die Stadt Lünen auf den großen Stromausfall vor

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„Blackout“ heißt ein Roman, der eindringlich die Folgen eines kompletten Stromausfalls schildert. Der Nachbar Dortmund bereitet sich derzeit umfassend für solch einen Notfall vor. Und Lünen?

Lünen

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Vier große Stromausfälle gab es 2018 in Deutschland, davon ereignete sich einer in Lünen. Die Folgen eines kompletten Stromausfalls sind massiv. Wer davon einen Eindruck bekommen möchte, der bekommt den nachdrücklich beim Lesen des Romans „Blackout“.

Auch wenn die Roman-Dimension sicher nicht alltäglich ist, wird einem schnell klar, was das im Extremfall bedeuten könnte. Die Nachbarstadt Dortmund bereitet sich jetzt intensiv auf einen solchen Notfall vor: Hier sollen nun alle Feuerwachen mit leistungsstarken Notstromaggregaten ausgestattet werden. Bisher gibt es in Dortmund nur in den acht Hauptwachen der Berufsfeuerwehr Notstromaggregate. Nun soll die Notstromversorgung auch auf die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr und Rettungswachen ausgeweitet werden. Und in Lünen? Die Stadt an der Lippe ist dem großen Nachbar offenbar weit voraus.

Feuerwachen als zentrale Anlaufstationen für Technik und Mensch

In Lünen sind bereits alle Feuerwachen und Feuerwehrgerätehauser mit Notstromaggregaten ausgerüstet, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage dieser Redaktion mit. In den neuen Feuerwachen in Wethmar und Brambauer gebe es außerdem sogenannte Einspeisevorrichtungen, die die Wache selbst verlässlich mit Strom versorgen könnten. In der Feuerwehrhauptwache an der Kupferstraße gebe es außerdem mobile Aggregate, die im Fall des Falles auf Fahrzeugen transportiert werden können.

Die Feuerwachen im Stadtgebiet seien im Notfall nicht nur als Standorte für Notstromaggregate wichtig, sondern auch als Anlaufstation für Menschen. Benedikt Spangardt: „Vor rund zwei Jahren ist der Notruf 112 in Lünen ausgefallen. Damals ist die Feuerwehr mit Lautsprecherwagen durch die Stadt gefahren, um mitzuteilen, dass die Menschen bei „akuten Problemen“ sich zu den Wachen begeben sollen.

Sieben Stadtwerke und Netzbetreiber wollen sich gegenseitig beistehen

Vor kurzem haben die Lüner Stadtwerke eine Vereinbarung unterschrieben, um sich für solche Fälle zu wappnen: Sieben Stadtwerke und Netzbetreiber im östlichen Ruhrgebiet haben sich damit gegenseitige Hilfe in einem solchen Notfall zugesichert. Laut Vereinbarung kann die Hilfestellung in einem solchen Fall sowohl durch technisches Equipment als auch durch Personal erfolgen. Unterzeichnet haben die Vereinbarung die Stadtwerke Lünen, die Gemeinschaftschaftsstadtwerke Kamen, Bönen und Bergkamen, die Stadtwerke Unna, Stadtwerke Fröndenberg, Stadtwerke Schwerte, Stadtwerke Werl und die Dortmunder DEW21 und Donetz. Hamm, Menden und Iserlohn haben sich inzwischen angeschlossen. Mittlerweile habe auch eine unangekündigte Übung stattgefunden - und es habe zur Zufriedenheit aller funktoniert, so die Stadtwerke.

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