Es gibt noch viele freie Dächer, um Energie aus der Sonne zu gewinnen. Dass Wohnungsbaugesellschaften Mieterstrom anbieten können, ist zurzeit noch kompliziert. © picture-alliance/ dpa
Meinung

Stromerzeugung: Politik muss die Regeln vereinfachen

Wir brauchen Strom. Und die Energie muss erzeugt werden. Da darf ein Großteil der Gesellschaft, die Mieter, nicht ausgeklammert werden. Doch das passiert, wenn Rahmenbedingungen nicht stimmen.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass wir auch in Zukunft eher mehr als weniger Energie brauchen werden. Jedes technische Gerät benötigt Strom – vom Herd über die Waschmaschine bis zu Telefon, Computer und neuerdings auch Auto. Und die Energie dafür muss irgendwo herkommen.

Sonnenenergie ist eine Möglichkeit, mit der sich viele Menschen anfreunden können. Photovoltaikanlagen stören niemanden, verschandeln die Landschaft nur selten und geben ungenutzten Flächen einen Sinn. Auf immer mehr Privathäusern sowie den Hallen landwirtschaftlicher Betriebe gehören sie inzwischen zum gewohnten Bild.

Doch viele Flächen für Photovoltaik-Anlagen liegt noch brach: Die Dächer von Wohnkomplexen, Mehrfamilienhäusern und Mietobjekten. Denn: Anlageneigentümer, die ihren Strom beispielsweise an Mieter verkaufen wollen, werden automatisch zu Energieversorgungsunternehmen – mit allen Rechten und Pflichten. Unterschiede zwischen Größe, Wissen und Können macht der Gesetzgeber bei Betreibern derzeit nicht.

Und das kann es nicht sein. Eine Privatperson kann keinem Konzern mit seinen Fachpersonalabteilungen gleichstellt werden. Auch Wohnungsbaugesellschaften sind keine Energieunternehmen. Wenn Wohnraum bezahlbar bleiben und die Energiewende gelingen soll, dann sind einfache Lösungen gefragt. Hier ist jetzt die Politik am Zug, die gesetzlichen Vorgaben endlich anzupassen.

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