Supermarkt-Leiter berichtet: Viel Verständnis für Corona-Maßnahmen - und sogar Geschenke

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Supermärkte bleiben geöffnet, das Einkaufs-Erlebnis hat sich aber geändert. In den Filialen von Edeka Patzer (Lünen, Schwerte, Dortmund) gibt es trotz Coronavirus Positives zu berichten.

Lünen

, 25.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 160 Mitarbeiter beschäftigt Jörg Patzer in den drei Edeka-Märkten in Lünen, Schwerte und Dortmund, alleine 55 im Markt an der Kamener Straße. Die meisten schieben momentan Überstunden, um der wegen des Coronavirus angestiegenen Nachfrage Herr zu werden.

Nach dem jüngsten Erlass müssen die Supermärkte jetzt auch darauf achten, dass es möglichst wenig Kontakt gibt zwischen Kunden und Mitarbeitern. „Wir haben deshalb Plexiglas-Scheiben an den Kassen und Theken angebracht“, berichtet Patzer.

Abstands-Streifen gegen das Coronavirus

Dass die Kunden sich nicht zu nahe kommen, dafür sorgen Abstands-Streifen auf dem Boden. Die werden auch angenommen, sagt Patzer. „Manchmal kommt doch jemand einmal näher, das ist die Macht der Gewohnheit. Aber wir weisen dann darauf hin und die Leute haben Verständnis.“

Dass die Menschen sich so verständnisvoll zeigen, ist das Positive an der Geschichte. In manchen Belangen sind sie laut Patzer sogar verständnisvoller als zuvor. „Früher wurde schon mal schneller gerufen, dass eine neue Kasse öffnen soll. Das ist heute nicht mehr so.“ Obwohl die Schlangen momentan, wegen der großen Abstände, zumindest optisch ja deutlich länger sind.

Geschenke für die Mitarbeiter

Doch die Reaktion der Leute geht noch über Verständnis heraus. Sie sind dankbar für die Arbeit der Supermarkt-Mitarbeiter. Manche drücken diese Dankbarkeit in Geschenken aus: „Es gab schon Pralinen, Schokolade oder kleine Plüsch-Hasen“, sagt Patzer.

Jörg Patzer hat drei Edeka-Filialen in Dortmund, Schwerte und Lünen.

Jörg Patzer hat drei Edeka-Filialen in Dortmund, Schwerte und Lünen. © Susanne Riese (Archiv)

„Für uns ist das momentan gut händelbar und auch im Lager wird sich das wieder einspielen.“ Jörg Patzer

Die Überstunden in der Belegschaft sammeln sich durch das viele Einräumen der Regale an. Schließlich handelt es sich um eine absolute Ausnahmesituation. „Das sind unheimliche Mengen, da hat kein Mensch mit gerechnet.“ Die Nachfrage sei noch einmal deutlich höher als zum Beispiel vor den Weihnachtsfeiertagen.

Auch Edeka Patzer verkauft bestimmte Artikel wie Mehl, Hefe oder Toilettenpapier nur in haushaltsüblichen Mengen. Auch, weil es hier und da an Nachschub fehlt.

„Für uns ist das momentan gut händelbar und auch im Lager wird sich das wieder einspielen“, sagt Patzer.

24-Stunden-Schichten im Lager

Der Händler bezieht seine Ware aus dem Edeka-Lager in Hamm. Dort seien die Mitarbeiter momentan in 24-Stunden-Schichten aktiv, um den momentanen Bedarf zu decken. Einzelne Engpässe gibt es trotzdem hier und da, vor allem bei Waren aus dem Ausland. Die nämlich hängen bisweilen mit den Lkw an den Grenzen fest.

Besonders viele Krankheitsfälle gibt‘s unter seinen Mitarbeitern momentan übrigens nicht: „Der Stand ist ganz normal momentan.“

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