Syrer beginnt eine Ausbildung bei VW Dortmund

Flüchtlings-Porträt

"Wir sind nicht alle gleich!", sagt Isa Khello, ein 21-jähriger Syrer, der seit eineinhalb Jahren in Deutschland ist. Seiner Meinung nach ist jeder selbst dafür verantwortlich, wie gut die Integration funktioniert. Er ist dankbar für die Aufnahme und baut sich mit seinen Geschwistern ein neues Leben in Lünen auf. Hier gibt es sein Portrait.

LÜNEN

22.07.2016, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Syrer beginnt eine Ausbildung bei VW Dortmund

Der Krieg verhinderte, dass Isa Khello in Syrien eine Ausbildung machen konnte.

Für Isa Khello geht es aufwärts: Er hat seinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. In ein paar Wochen beginnt die Ausbildung bei Volkswagen in Dortmund, wo er schon ein dreiwöchiges Praktikum absolviert hat.

Mit einer starken Einstellung baut er sich ein neues Leben auf

Gemeinsam mit seinen Geschwister versucht Isa Khello nun, sich hier ein Leben aufzubauen. Sie haben eine Wohnung gefunden, Isa absolvierte Deutschkurse bei der VHS, beim Multikulti-Zentrum und bei der Handwerkskammer. Sein Bruder spielt Fußball beim TUS Westfalia Wethmar, die Schwester hofft auf ein Studium.

Khello ist der Meinung, dass Flüchtlinge ebenso wie Deutsche selbst dafür verantwortlich sind, wie sich die aktuelle Situation entwickelt und ob die Integration klappt. „Es gibt Deutsche, die Flüchtlingsheime anzünden, und es gibt Flüchtlinge, die sich durchfüttern lassen.“ Er selbst habe nur positive Erfahrungen gemacht, ist beeindruckt, dass die Deutschen auch nach Vorfällen wie denen in Köln in der Silvesternacht noch gastfreundlich sind. Seine Botschaft: „Wir sind nicht alle gleich! Deutschland ist jetzt für uns wie eine Mutter. Deutschland hat beide Arme aufgemacht wie kein anderes Land.“ 

In Syrien hatte er keine Perspektive

Isa Khello kommt aus dem kurdischen Teil Nordsyriens. Das Leben dort, so sagt er, war schon vor dem Krieg schwer: „Es gab kein Geld. Nach der Schule habe ich bis zwölf Uhr nachts gearbeitet, Schuhe verkauft oder getischlert.“ Bis zur elften Klasse besuchte er die Schule, dann war es nicht mehr möglich.

Dass es nach Deutschland gehen sollte, war schon früh klar. „Ich habe einen Onkel, der seit 20 Jahren in Deutschland ist. Vorher war er in Russland. Als Kind hab ich mit ihm telefoniert und gesagt, ich lerne in Syrien, dann komme ich nach Deutschland.“ In Syrien gebe es keine Jobs. 2015 war es dann soweit. Der Onkel sprach mit den Behörden in Lünen, die Ausreise wurde organisiert. Isa Khello, seine Zwillingsschwester und ein jüngerer Bruder flogen nach Düsseldorf.

Seine Eltern sind noch in Syrien, außerdem ein Bruder, der für die Jugendmannschaft des syrischen Nationalteams Fußball spielt. Er sei noch zu jung für die Reise. Auch seine ältere Schwester, eine Geschichtslehrerin, ist fürs Erste geblieben. Wie die Situation in seinem Heimatort jetzt ist? Isa Khello schüttelt nur den Kopf.

 

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