Tanzen boomt bei Kids und älteren Menschen in Lünen - nur die Jugendkurse werden dünner

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„Von klein bis groß ist alles dabei“ - Tanzen wird immer beliebter, auch in Lünen. Insgesamt wächst das Interesse bei Kindern. Die Jugend-Tanzkurse sind nicht mehr so gefragt wie früher.

Lünen

, 30.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der älteste Standard-Kurs-Teilnehmer in der Tanzschule Falk in Lünen ist sage und schreibe 76 Jahre alt. „Wir trennen hier im Standard-Bereich nicht mehr nach Alter“, erklärt Ramona Falk (59). Die Tanzschule sei ein Familienbetrieb und dort müssen alle miteinander auskommen, nicht nur die ganz kleinen.

Tanzkurse für Jugendliche würden nicht mehr stark nachgefragt. „Die Jungs zieren sich oft und die, die Standard tanzen wollen, schicken wir in unsere Standard-Kurse für Erwachsene“, sagt die 59-Jährige. So kämen oft interessante Gespräche zustande, die sonst wohl verloren gingen.

„Anti-Blamier-Programm“

Wenn es auf die Abi-Bälle zugeht, bekämen doch noch viele Angst, sich zu blamieren. Dann kämen vermehrt Anfragen. Im Zuge dessen bereitet die Tanzschule Falk die Absolventen auf den Abi-Ball vor. Zwar bietet sie keine „Etikette-Kurse“ an, allerdings wird dort auch nicht nur getanzt, denn „Benimm“ will gelernt sein. Ramona Falk nennt das liebevoll das „Anti-Blamier-Programm“. Eine Rosenpolonaise sei auf einem Abitur-Ball das standardmäßige Abschlussprogramm. Auch die wolle gelernt sein.

Dasselbe gelte für Hochzeits-Kurse. Auch dort habe man Angst, sich zu blamieren. Oft passiere es dann aber, dass die Paare so viel Spaß am Tanzen bekommen, dass sie anschließend zu einem großen Standard-Tanzkurs übergehen. Am beliebtesten im Standard-Tanzkurs sei der Disco-Fox.

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Beginn mit zwei Jahren

„Die Kinder fangen heute immer früher an zu tanzen. Bei uns sind das die ‚Mickey Mäuse´. Dort sind die Kids erst zwei Jahre alt. Dann geht es nach den verschiedenen Altersstufen aufgeteilt durch die Kinder-Tanzkurse. Von dort zum Hip-Hop-Kurs, und plötzlich stehen sie hier als 16-Jährige im Standard-Tanzkurs“, sagt Ramona Falk.

Auch Enkeltochter Jolene (8) ist schon in den Familienbetrieb involviert. Sie tanzt nicht nur in dem ihrem Alter entsprechenden Kinderkurs, sondern begleitet viele der Tanzkurse ihrer Mutter. Jennifer Brzenska unterrichtet die Kinder- und Hip-Hop-Kurse. Ab 14.30 Uhr bringt sie Kindern und Jugendlichen im Programm „Starmoves“ Choreografien bei. Besonders stolz seien die Kids, wenn sie zu Abschluss eines Tanz-Kurses ein Programm aufführen dürfen.

„Ein Mädchen hat mit vier Jahren bei uns angefangen zu tanzen und ist jetzt zwölf. Sie hat gesagt, dass wir sie nie wieder loswürden und sie für immer bleiben möchte“, erzählt Jennifer Brzenska. Ab 18 Uhr übernimmt dann Mutter Ramona Falk das Training. „Movita“ ist speziell auf ältere Tänzer ausgerichtet und soll vor allem Spaß machen und fit halten. Ein zusätzlicher Bonus sei die Demenzprävention.

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