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Tarifaktion vor dem Lüner Ardagh-Werk - aber die Glas-Produktion lief weiter

Ardagh Glass Group

Sie wollen mehr Geld und nicht nur das. Mitarbeiter der Ardagh Glass Group machten ihre Forderungen vor den Toren des Lüner Werkes öffentlich. Bei einer sogenannten Tarifaktion.

Nordlünen

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Tarifaktion vor dem Lüner Ardagh-Werk - aber die Glas-Produktion lief weiter

Birgit Biermann, Bezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie mit Kommissionsmitglied Günter Högerl beim Tarifaktionstag vor den Toren der Ardagh Group. © Schulz-Gahmen

Zwei Tarifverhandlungen sind rum. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) fordert mehr Geld für die Mitarbeiter der Glasproduktion. Um Druck zu machen, trafen sich am Dienstag, 21. Mai, Mitarbeiter der Ardagh Glass Group vor den Toren des Lüner Werkes an der Döttelbeckstraße zu einer sogenannten Tarifaktion.

Das Werk hat 238 Mitarbeiter, davon sind nach Angaben von Günter Högerl, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Tarifkommission, 85 Prozent in der Gewerkschaft. Er betonte, dass es sich nicht um einen Streik handele. Es versammelten sich somit nur Belegschaftsmitglieder vor dem Tor, die nicht arbeiten mussten. Die Produktion von Behälterglas für die Lebensmittelindustrie ginge derweil weiter. Ardagh stellt beispielsweise Gläser für die beliebte Nuss-Nougat-Creme Nutella her.

Forderungen der Arbeitnehmer

Konkret gehe es der IG BCE um eine Entgelterhöhung von sechs Prozent und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie eine Steigerung des Urlaubsgeldes, oder wahlweise drei freie bezahlte Tage. Zudem wünschen sich die Gewerkschaftsmitglieder zwei „Gesundheitstage“ pro Jahr und IG BCE-Mitglied, zur Erholung der Mitarbeiter. Auch Arbeitszeitmodelle für ältere Beschäftigte sollen diskutiert werden.

„Wir machen tagtäglich einen anstrengenden und guten Job, das sollte honoriert werden. Die Auftragslage ist gut, daher sind unsere Forderungen berechtigt“, ist Günter Högerl überzeugt.

Bezirksleiterin verlangt mehr Respekt

Die Bezirksleiterin der IG BCE, Birgit Biermann, fordert mehr Respekt für harte Arbeit: „Das können und wollen wir uns nicht mehr gefallen lassen.“ Sie hofft, dass in Runde drei der Tarifverhandlungen die Arbeitgeberseite noch einmal in sich geht und nachbessert. Das bisherige Angebot von 2,5 Prozent auf 13 Monate sei nicht akzeptabel. Mitarbeiter-Wertschätzung sehe anders aus.

Markus Kraft ist IG BCE Verhandlungsführer und erklärt: „So lange die Arbeitgeber den finanziellen Rahmen für die Bezahlung der Beschäftigten nicht erweitern, können wir keinen tragfähigen Tarifbeschluss vereinbaren.“

Für die Arbeitgeberseite verhandelt Wolfgang Sommerer vom Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar.

Dritte Tarifverhandlung im Juni

Die Tarifaktionen fanden an allen Glasproduktionsstandorten der Landesgruppe Nordwest und der Landesgruppe Rhein Weser gleichzeitig statt. Die Ardagh Glass Group gehört zur Landesgruppe Rhein-Weser. Gekommen waren bei Ardagh Lünen über den Tag verteilt circa 100 Mitarbeiter, schätzte Högerl. Am 18. Juni gehen die Tarifverhandlungen in die dritte Runde

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