Die Lärmschutz-Maßnahme der Stadt sorgt für reichlich Protest. © Landsiedel
Online-Petition

Tempo 30 auf Hauptstraßen in Lünen: Es regt sich Widerstand

Seit dem 4. Oktober darf auf sechs Hauptstraßen in Lünen nur noch 30 km/h gefahren werden. Das gefällt vielen nicht. Sie sammeln Unterschriften – und wollen Lösungen diskutieren.

Die Gegner von Tempo 30 machen mobil. Seit die Stadt Lünen ihren Lärmaktionsplan in Form von Tempo 30 auf sechs Hauptstraßen umgesetzt hat, hagelt es in den sozialen Medien Kritik an der Lärmschutz-Maßnahme.

Insgesamt 130 neue Schilder weisen auf der Cappenberger Straße, Borker Straße, Münsterstraße, Bebelstraße, Viktoriastraße und Königsheide auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin, die vielen gegen den Strich geht.

Über 1500 Unterschriften

In den Lüner Facebook-Gruppen machen die Gegner von Tempo 30 schon seit Tagen ihrem Ärger Luft, nun haben sie ein weiteres Ventil gefunden: Die Petition „Gegen 30iger Tempolimit auf Hauptstraßen in Lünen“ hatte am Samstag (9.10.) – drei Tage nach Start – bereits über 1500 Unterstützerinnen und Unterstützer. Unterschrieben haben bisher nicht nur Menschen aus Selm, sondern auch aus den Nachbarstädten Selm und Dortmund.

Was treibt die Menschen um? „Ich unterschreibe, weil ich als Besucher einer Anwohnerin, die ebenfalls gegen dieses Tempolimit ist, sehr durch den zähflüssigen Verkehr eingeschränkt werde. Der Lärm war vorher auch da, jetzt jedoch noch strapazierender durch ungeduldige und genervte Verkehrsteilnehmer“, schreibt ein Unterstützer aus Werne.

„Ich unterschreibe, weil ich in Lünen wohne und arbeite und jetzt für eine Strecke, für die ich eigentlich 10 Minuten brauche, 25 Minuten bauche.“, begründet eine Lünerin ihre Unterstützung und schreibt weiter: „Die Autofahrer sind eh schon alle so gestresst und genervt und jetzt wo überall 30 ist, werden die Leute noch aggressiver fahren und ich denke nicht, dass das das Ziel ist.“

„Schilder aufhängen reicht nicht“

Wenige Tage nachdem die Petition gegen Tempo 30 veröffentlicht wurde, wurde bei Facebook die neue Gruppe „Mobilität in Lünen“ geladen. Einer der Administratoren ist Sascha Gottwald. Gottwald kandidierte im vergangenen Jahr für die Freien Wähler als Bürgermeisterkandidat in Lünen.

„Mobilität und Straßenverkehr war schon immer ein heikles Thema in Lünen. Die neuen 30er Bereiche und die Baustellenplanungen bringen aber das Fass zum Überlaufen“, steht in einem der ersten Beiträge, den Gottwald in der neuen Gruppe verfasste. „Die Gruppe soll dem Austausch dienen um zu schauen was wir machen können, so dass sich die Stadtverwaltung sowie der Stadtrat damit beschäftigen müssen“, erklärt der Lokalpolitiker den Zweck der Gruppe.

Zugleich merkt er an: „Lärmschutz muss sein, aber nur im Verhältnis der Ziele und der Maßnahmen. Nur Schilder aufhängen reicht nicht, man muss sich auch mal Gedanken machen.“ Wenn man dem Zweck der Gruppe glauben schenkt, wollen die etwa 70 Mitglieder der Facebook-Gruppe da mit gutem Beispiel voran gehen.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich