Temposünder am Steuer: In diesen zehn Straßen erwischt die Stadt Lünen die meisten Raser

rnRadarkontrollen

Mit ihren Geschwindigkeitskontrollen hat es die Stadt vor allem auf rücksichtslose Raser abgesehen. Manchmal geht‘s dabei kurios zu. Ein Blitzerfoto zeigt ein Paar in einer pikanten Situation.

Lünen

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit Tempo 113 über die Kupferstraße, mehr als doppelt so schnell wie erlaubt: Diesen traurigen Geschwindigkeitsrekord auf Lüner Straßen hält ein 41-jähriger Autofahrer. Ein saftiges Bußgeld von 280 Euro, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot sieht der Bußgeldkatalog für diesen Bleifuß vor. Erwischt wurde der Fahrer vom Radar-Caddy der Stadt Lünen.

Weniger erwischte Temposünder

Insgesamt 4592 Mal löste der Blitzer in diesem Jahr bereits aus. Und damit fast 800 Mal weniger als im ersten Halbjahr 2018. Wir zeigen die Top Ten der Lüner Straßen, in denen bislang die meisten Temposünder erwischt wurden:

  • Preußenstraße
  • Brechtener Straße
  • Schulenkampstraße
  • Münsterstraße
  • Im Dorf
  • Hammer Straße
  • Waltroper Straße
  • Niederadener Straße
  • Bergstraße
  • Alsenstraße

Stadtsprecher Benedikt Spangardt weist darauf hin, dass die Anzahl der registrierten Verstöße direkt mit der Zahl der Messungen zusammenhänge: „Wo wir öfter kontrollieren, werden natürlich auch mehr Verstöße verzeichnet.“ Eine Straße könne beispielsweise in dieser Liste landen, weil dort aufgrund von Anwohnerbeschwerden überproportional oft gemessen wurde, die Situation aber nicht problematischer sei als andernorts.

Die Stadt darf nicht willkürlich Geschwindigkeiten messen

Über das Stadtgebiet verteilt hat die Stadt in den vergangenen sechs Monaten Messungen an 84 unterschiedlichen Straßen durchgeführt, wobei aber nicht an allen Messstellen gleich oft gemessen wird. Messstellen werden, betont Spangardt, dort eingerichtet, wo Auffälligkeiten bei den gefahrenen Geschwindigkeiten festgestellt werden. Aber auch in sensiblen Bereichen wie Schulen, Kindergärten und Altenheimen.

Temposünder am Steuer: In diesen zehn Straßen erwischt die Stadt Lünen die meisten Raser

Aus diesem roten VW Caddy heraus kontrolliert die Stadt Lünen die Geschwindigkeit. © Peter Fiedler

Wo die Stadt überhaupt messen darf, regelt ein Erlass des NRW-Innenministeriums. „Das ist auch der Grund dafür, dass eine Messstelle nicht auf Zuruf eingerichtet werden kann“, sagt Benedikt Spangardt. Grundsätzlich finde bei der Einrichtung der Messstellen zudem eine Absprache mit der Polizei statt.

Kuriose Blitzerfotos: Sex am Steuer

Die Lüner Verkehrsexperten entdecken auf den Blitzerfotos auch immer wieder kuriose Motive. Da geht es nicht immer nur um Grimassen oder popelnde Autofahrer. Zuletzt staunten die Verkehrsüberwacher nicht schlecht, als sie den Fotochip auswerteten. Eine Beifahrerin beugte sich mit ihrem Kopf sehr verdächtig in den Schoß des Fahrers. Dass sie einen heruntergefallenen Schlüssel gesucht haben könnte, glaubt bei der Stadt vermutlich niemand so richtig. Das ist übrigens kein Spaß: Sex am Steuer und andere Vergehen können teuer werden, wenn sie auf dem Blitzerfoto zu sehen sind. Wer beispielsweise während der Fahrt mit dem Handy am Ohr geblitzt wird, muss gleich mit zwei Verfahren rechnen.

Der Erfolg der Lüner Verkehrsüberwachung lässt sich nicht messen. „Aber wir gehen davon aus, dass Kontrollen dazu führen, dass sich Autofahrer eher an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten“, sagt Benedikt Spangardt.

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