Wer in Lünen Erdgas von den Stadtwerken bezieht, muss demnächst deutlich tiefer in die Tasche greifen. © picture-alliance/ gms
Meinung

Teures Gas: Stadtwerke liefern Rechnung für den Klimawandel

Wenn etwas teurer wird, hagelt es Beschwerden. Den Aufpreis beim Gas in Lünen möglichst klein zu verkünden, hilft nicht. Unser Autor meint: Die Konsequenzen des Klimawandels tragen wir alle.

Das Statement: „Irgendwann wird uns der Klimawandel teuer zu stehen kommen“, kennt jeder. Auf die eine oder andere Art und Weise. Der Trick: Irgendwann heißt für die meisten Menschen „ist jetzt nicht mein Problem.“

Aber das etwas früher oder später dann auch Wirklichkeit wird, sieht man gut an der Entwicklung der Gaspreise in Lünen. Hatten die Stadtwerke 2020 noch angekündigt, ihre Kunden bleiben zunächst von Kosten durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (was für ein schönes Wort) verschont, ist es damit jetzt vorbei.

Satte 20 Prozent mehr zahlen Kunden ab Oktober für Erdgas. Und die Entwicklung der nächsten Jahre wird nicht besser werden. CO2-Zertifikate werden nach und nach mehr als doppelt so teuer. Der große Aufschrei blieb bislang aus. Vielleicht auch, weil viele es haben kommen sehen.

Schade ist die knappe Kommunikation der Stadtwerke: Die Kunden werden persönlich angeschrieben, im Anzeigenbereich erscheint im August eine Bekanntmachung, das wars. Pflicht erfüllt. Man stelle sich vor, der Gaspreis wäre um 20 Prozent gefallen.

In Zukunft wird es noch viele weitere dieser Entwicklungen geben, so viel ist klar. Es mag unangenehm sein: Darüber sprechen müssen wir trotzdem. Den Klimawandel bezahlen wir nämlich alle. Und Schweigen führt nur zu Gerüchten, so unbegründet die auch sein mögen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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