Eine Szene aus der Inszenierung "Schattenkurs" des Freien Theater Teams Lünen, die am 19.9. im Hansesaal Premiere feierte. © Godelmann
„Schattenkuss“ im Hansesaal

Theater-Premiere mit Lichtspektakel und Spenden für Lüner Flutopfer

Zwei Jahre Probezeit haben sich ausgezahlt - jetzt feierte das Freie Theater Team Lünen um Marie Hirschberg mit „Schattenkuss“ endlich Premiere. Und half auch Flutwasseropfern in Lünen.

Ein sehr emotionales Stück – das ist „Schattenkuss“, geschrieben und inszeniert von Marie Hirschberg. Obwohl aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen am Sonntagabend (19.9.) nur 150 Zuschauer im Hansesaal bei der Premiere dabei sein durften, war es den zwölf Akteuren anzusehen, wie glücklich sie sind, ihre Arbeit endlich vor Publikum zeigen zu dürfen. „Wir wollen euch zum Strahlen bringen“, so Marie Hirschberg vor Beginn des Theaterstücks. Dieses Ziel haben sie und das Team um sie herum erreicht.

Die Szenen in der Schattenwelt spielten im Hellen. Die jungen Schauspieler waren mit entsprechender Farbe geschminkt.
Die Szenen in der Schattenwelt spielten im Hellen. Die jungen Schauspieler waren mit entsprechender Farbe geschminkt. © Godelmann © Godelmann

Mit dem Theaterstück hat das Team des Freien Theaters Lünen nicht nur die Zuschauer begeistert. Vor allem stand der Abend im Zeichen eines Spendenaufrufs für Menschen in Lünen, die durch den Starkregen betroffen sind. „Leider ist es so, dass in Niederaden teilweise noch immer Land unter ist. Es ist toll, dass wir etwas tun können“, so Hirschberg. Am Ende sind 645 Euro zusammengekommen.

Kampf zwischen Licht und Dunkelheit

„Schattenkuss“ erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Emma und Mary, die zusammen in ein altes Haus in New Orleans ziehen. Schon bald sieht Emma ein Phantom, das von ihr gerettet werden möchte. Von ihrer Schwester wird sie nicht ernst genommen, deshalb verzweifelt Emma. Doch dann tauchen Caleb und Allistor auf, die Emma zu verstehen scheinen.

Die Zuschauer folgten dem Stück
Die Zuschauer folgten dem Stück „Schattenkuss“ gespannt. © Godelmann © Godelmann

Allistor ist jedoch nicht der, für den er sich ausgibt. Zusammen mit seiner Dienerin Dalia ist Emmas Seele das, was er für sein Schattenreich am meisten begehrt. Im Laufe der Handlung kommt er in den Besitz von Marys Seele und schließlich stellt sich heraus, das dasselbe auch mit Calebs jüngeren Schwestern passiert ist. Schließlich muss sich Emma zwischen Caleb und Allistor und so zwischen Licht und Schatten und auch zwischen Leben und Tod entscheiden. Emma entscheidet sich für das Schattenreich und gibt somit ihre Seele her. Kein klassisches Happy-End, wie man es vielleicht erwarten würde.

Die Geschichte ist durch die Darstellung der 16- bis 25-Jährigen emotional aufgeladen, wie auch anspruchsvoll. Die vergangene sowie die zukünftige Handlung werden zwischendurch in Gedichtform wiedergegeben. „Die lyrischen Texte unterstreichen auf eine andere Art, was geschehen ist und was geschehen wird“, so Marie Hirschberg. „Jeder Zuschauer soll verstehen, was Sache ist.“

Am Ende freuten sich die jungen Akteure über viel Beifall des Publikums bei der Premiere im Heinz-Hilpert-Theater.
Am Ende freuten sich die jungen Akteure über viel Beifall des Publikums bei der Premiere im Heinz-Hilpert-Theater. © Godelmann © Godelmann

Das Besondere an der Inszenierung ist, dass LED-Licht und -Farben eine wesentliche Rolle spielen, wenn es um die Darstellung des Schattenreichs geht. Alle Schauspieler sind mit entsprechender Farbe bemalt.

Wenn das LED-Licht angeht, spielt die Handlung im Schattenreich. Das Gleiche gilt auch für die Requisiten. „Die Rohfassung des Stücks habe ich selbst geschrieben“, so Hirschberg. „Das Endgültige machen wir aber als Gruppe“, betont sie.

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