Tipps vom Lüner Imker: Wie man auf dem Balkon und im Garten Bienen helfen kann

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Das Insektensterben ist ein großes Problem - vor allem den Verlust der Biene kann sich der Mensch nicht leisten. Wir erklären, was jeder zuhause tun kann, um den Bienen zu helfen.

von Margarita Popova

Lünen

, 30.06.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Biene bestäubt die Pflanze, die Pflanze beschert dem Menschen Obst und Gemüse, der Mensch ernährt sich von diesen Pflanzenprodukten und kann davon leben – nimmt man hier die Biene aus dem Geschehen, droht auch dem Menschen ein schlimmes Schicksal.

„Durch das Sammeln von Nektar und Pollen sorgen sie für die Bestäubung und den Fortbestand von weltweit etwa 90 Prozent aller Pflanzenarten und stellen damit einen Großteil der menschlichen und tierischen Ernährung sicher“, heißt es dazu beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Bienenrettung durch Bienenweiden

Doch was genau kann man als Einzelperson dagegen tun? Der Lüner Imker René Müller gibt Tipps zum Thema Bienenschutz und wie man dem Insektensterben ein wenig entgegenwirken kann: „Im eigenen Garten beziehungsweise auf dem Balkon gibt es immer eine Ecke, wo man was Bienenfreundliches pflanzen kann.“ Wichtig sei hier, für Pflanzen mit offenen Blüten zu sorgen – diese sind für Wildbienen, Honigbienen und Schmetterlinge gut zu erreichen.

Als sogenannte Bienenweiden bezeichnen Profis ein Repertoire an Pflanzen, die besonders viel Nektar und viele Pollen bieten und somit für die Insekten bestens geeignet sind. Jeder kann solch eine Bienenweide entstehen lassen, ob im eignen Garten oder sogar auf dem Balkon. Top-Pflanzen für den Balkon sind insbesondere niedrigwachsende (Wild-)Blumen wie zum Beispiel der Frühlings-Krokus, die Glockenblume oder die Primel. Auch Heil- und Kräuterpflanzen sind von hungrigen Insekten begehrt – Beispiele hierfür sind Oregano, Gewürz-Thymian und Koriander.

Auch Unkraut wie der Löwenzahn oder der Klee sind bei Bienen beliebt. Wer also auf einen peniblen Look des Gartens verzichten kann, lässt mit Unkraut tatsächlich die ideale Nahrungsquelle für Bienen sprießen.

Hobby-Imkerei mit Bedacht

Wer der Biene noch ein wenig mehr helfen möchte, kann einen Schritt weiter gehen und zum Hobby-Imker werden. Hierfür sind allerdings viel Zeit und einige Vorbereitungsmaßnahmen nötig: „Als angehender Hobby-Imker sollte man sich vorher bei einem erfahren Imker schlau machen - zum Beispiel bei der Frage, was man an Ausrüstung braucht. Denn es ist nicht damit getan, ein Volk in den Garten zu stellen und die Bienen einfach sich selbst zu überlassen“, sagt René Müller.

Der Lüner Imker verweist hier auf einen Besuch von Lehrgängen, welche gezielt auf den Umgang mit Honig und der Honigbiene abgestimmt sind – Imkervereine geben dabei Hilfestellung. Neben der Unterstützung der Bienen belohnen sich die Hobby-Imker mit hauseigenem Honig und anderen Bienenprodukten, wie zum Beispiel Bienenwachs.

Zuckerwasser hilft schwachen Bienen

Wer hingegen ganz ohne Bienenweide oder privater Imkerei ebenfalls helfen will, kann mit einer kleinen Rettungsaktion zum Schutz der Hautflügler beitragen: Entdeckt man auf dem Balkon oder auf dem Gehsteig eine erschöpfte Biene oder Hummel, die nicht mehr fliegt und nur noch schwach bis gar nicht mehr auf dem Boden krabbelt, kann man ihr eine Zuckerlösung geben.

Eine ideale Mischung sieht folgendermaßen aus 3 Löffeln Zucker, 3 Löffeln Fruchtzucker und 4 Löffeln kaltem Wasser. Alternativ mischt man eine einfachere Lösung in einem Verhältnis von 3 Teilen Zucker und 2 Teilen Wasser.

Wichtig dabei: Das Wasser muss kalt sein und der Zucker sich vollständig auflösen. Diese Lösung kann man am besten mit einer Plastikspritze oder Pipette für die Biene auf den Boden oder in ein kleines Behältnis (z.B. in einen flachen Kronkorken oder in leere Tabletten-Blister) hintröpfeln. Mit ihrem Saugrüssel kann die Biene dann die Zuckerlösung aufnehmen und kurze Zeit später gestärkt davonfliegen.

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