Tod des kleinen Nils: Revision der Angeklagten ist nicht das Werk eines einzelnen Anwalts

rnFall schlägt hohe Wellen

Noch bevor der BGH die Akten zum Prozess um den Tod des kleinen Nils geprüft hat, schlägt der Fall hohe Wellen. Tatsache ist: Die Revision ist kein Einzel-, sondern ein Gemeinschaftswerk.

Lünen

, 13.05.2019 / Lesedauer: 2 min

In dem viereinhalb Jahre dauernden Verfahren vor dem Dortmunder Schwurgericht wurde die Angeklagte Mutter des verstorbenen Nils von den beiden Rechtsanwälten Christian Koch und Dr. Rüdiger Deckers verteidigt. Und genau der ist auch maßgeblich für die Revision gegen das Urteil von Juni 2018 verantwortlich.

Man habe zwar den Hamburger Revisions-Experten Johann Schwenn hinzugezogen, erklärt Deckers. Es sei aber keineswegs so, dass dieser den Einspruch beim Bundesgerichtshof nun alleine durchführe. Die 541 Seiten starke Revisionsbegründung sei vielmehr von ihm verfasst worden, sagte der Düsseldorfer Verteidiger.

Staatsanwaltschaft und Gericht waren am Ende des Prozesses davon überzeugt gewesen, dass die Angeklagte das Baby Nils heftig geschüttelt und dabei mit dem Kopf gegen einen harten Gegenstand gestoßen hat. Der Junge war kurz darauf in einem Krankenhaus an schweren Hirnverletzungen gestorben.

Deckers und Koch hatten während der Verhandlung immer wieder darauf hingewiesen, dass die tödlichen Hirnblutungen auch anders ausgelöst worden sein können. In der Frage, ob ein sogenanntes Schütteltrauma vorliegt, waren verschiedene medizinische Sachverständige zu unterschiedlichen Bewertungen gekommen.

Wann der Bundesgerichtshof über die Revision entscheidet, steht noch nicht fest.

Lesen Sie jetzt