Tonnenschwerer Stahlträger muss am Klinikum Lünen-Werne durchs Fenster

rnKlinikum Lünen-Werne

Ein tonnenschwerer Stahlträger nahm am Klinikum Lünen-Werne den Weg durchs Fenster. An ihm soll später ein modernes Untersuchungsgerät hängen. Die Montage war Millimeterarbeit.

Lünen

, 29.09.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

16 Stahlträger, von denen die schwersten etwa 1,7 Tonnen auf die Waage bringen, müssen in dem geplanten Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne verbaut werden. Sie sollen vier hochmodernen Linksherzkatheter-Laboren Halt geben, die von der Decke hängen. Der erste kam am Dienstag (29.9.) durchs Fenster. Es war eine Nervenprobe für die Fachleute der Kranfirma. Denn der zehn Meter lange Träger ist 45 Zentimeter hoch und musste durch eine vergleichsweise kleine Öffnung. Ihn ins Haus zu holen, ohne etwas zu zerstören, das „ist auch für uns eine spannende Sache“, sagt Ulrich Jasper, technischer Leiter des Klinikums. Nach mehreren Anläufen hat es geklappt.

Video
Tonnenschwerer Stahlträger für das Klinikum Lünen

Für die spektakuläre Aktion stand ein Kran unweit des Eingangs. Während des Aufbaus mussten die Fußgänger den Umweg um die Krankenpflegeschule nehmen. Bis Ende der Woche werden noch vier weitere Träger durch das Fenster in den Baustelle gebracht.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Tonnenschwerer Stahlträger für das Klinikum Lünen-Werne

Eine spektakuläre Aktion: Ein tonnenschwerer Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne musste durchs Fenster in das Gebäude.
29.09.2020
/
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Ein Stahlträger für das neue Interventionszentrum des Klinikums Lünen-Werne ist durch ein Fenster in das Gebäude gehievt worden.© Jasper
Schlagworte St.-Marien-Hospital

Medizingeräte an der Decke

Das Krankenhaus investiert acht Millionen Euro in das Interventionszentrum, in dem Patienten mit komplexen Herzerkrankungen und Schlaganfällen behandelt werden sollen. Die Stahlträger halten die neuen, medizinischen Geräte, die nicht einfach in der Betondecke verankert werden können. Denn die Herzkatheter-Labore, von denen zwei OP-Standard haben, sind fahrbar. Sie müssen so befestigt sein, dass sich die Träger nicht biegen. Das würde bei der Untersuchung von Patienten zu Messungenauigkeiten führen. „Das System ist extrem ausgefuchst“, erklärt Jasper. Die schwere Gesamtlast muss im Gebäude durch Nebenkonstruktionen abgefangen werden.

Jetzt lesen

Im Frühjahr soll das neue Zentrum fertig sein, das Prof. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie, im Sommer gegenüber dieser Redaktion als „Quantensprung für das Haus“ bezeichnet hatte. Zurzeit stehen den Kardiologen zwei Herzkatheter-Messplätze auf unterschiedlichen Etagen zur Verfügung. In dem neuen Interventionszentrum ist die Behandlung an vier Katheter-Laboren auf einer Ebene möglich. Eine 15 Meter lange Brücke wird Aufwach-und Vorbereitungsräume mit dem Untersuchungsbereich verbinden. Sie soll in den nächsten Wochen eingebaut werden.

Von den vier neuen Medizingeräten wird eins auch von den Neuroradiologen genutzt. Sie können so ebenfalls ihre Kapazitäten ausweiten. Besonders die Software unterstützt die Mediziner bei Diagnostik und Therapie. Sie berechnet automatisch das Ausmaß der Einengung von Herzkranzgefäßen oder hilft den Neuroradiologen dabei, sich ein präziseres Bild von feinsten Gefäßen zu machen. Perings nennt die Technik „das modernste, was es zurzeit in Deutschland gibt“

Lesen Sie jetzt