Hauptbahnhof

Treppenlift am Bahnhof immer noch defekt: Stadt verspricht Reparatur

Der Treppenlift zu den Gleisen 3/4 am Lüner Hauptbahnhof ist immer noch defekt. Eine nachhaltige Lösung gegen Vandalismus ließ sich laut Verwaltung nicht umsetzen. Jetzt soll repariert werden.

Der Zugang zu den Gleisen 3 und 4 am Lüner Hauptbahnhof bleibt für Menschen die keine Treppen steigen können weiter ein Problem, beziehungsweise unmöglich. Denn der Treppenlift ist auch im September noch defekt.

Schon im Juli war hier zum Beispiel für Louise Wißmann, die im Rollstuhl sitzt, am Treppenaufgang zum Gleis Endstation gewesen. Das Steuermodul für den Treppenlift war abgerissen worden. Daran konnten auch die Mitarbeiter der Radstation, die den Lift eigentlich bedienen, nichts ändern.

„Der Schaden wurde bereits vor Monaten sowohl an die Stadt als auch an die Deutsche Bahn gemeldet“, hatte Awo-Sprecherin Anna Gemünd gegenüber unserer Redaktion erklärt.

Zuständig für den Treppenlift, auch das war zunächst unklar, ist die Stadt Lünen. Man habe von dem Schaden bis Juli nichts gewusst, hatte es seinerzeit geheißen. Mit einer Instandsetzung sei zeitnah zu rechnen, hieß es auf Anfrage.

Im September, rund zwei Monate später, hat sich an dem Treppenlift allerdings noch nichts verändert. Kein neues Steuermodul ist zu sehen, Staub und Spinnweben lassen vermuten, dass sich der Lift in der Zwischenzeit auch nicht von seinem Platz am unteren Ende der Treppe wegbewegt hat.

Idee für nachhaltige Lösung nicht umsetzbar

„Die Reparatur ist erstmals am 12. Juli in Auftrag gegeben worden“, teilt Alexander Dziedeck, stellvertretender Sprecher der Stadt, auf Anfrage der Redaktion am Freitag (10.9.) mit.

Der zuständige Techniker habe sich dann allerdings mit der Stadt in Verbindung gesetzt, um gemeinsam eine nachhaltige Lösung zu finden. Denn die Steuerung sei regelmäßig von Vandalismus betroffen, etwa drei bis vier Mal im Jahr. Das verursacht laut Verwaltung jährlich Kosten zwischen 5000 und 8000 Euro.

Die Idee: Unten und oben sollte ein Safe ins Mauerwerk eingelassen werden, der mit einem sogenannten Euroschlüssel zu öffnen sei. Das Eurozylinderschloss und der Euroschlüssel stellen seit 1986 ein europaweit einheitliches Schließsystem für behindertengerechte Anlagen dar, heißt es dazu auf der Internetseite des Vereins Seh-Netz.

Es ist demnach nahezu flächendeckend in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden. „Jeder, der im Besitz eines Euroschlüssels ist, kann diese Einrichtungen betreten und nutzen. Es handelt sich beispielsweise um Behindertentoiletten in Städten, öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen, Autobahnraststätten, Hochschulen, Freizeitanlagen, Kaufhäusern etc.“

Reparatur beauftragt

Über einen derartigen Schlüssel verfügten die meisten körperlich beeinträchtigen Menschen, so Dziedeck weiter. In beiden Safes hätten dann je eine Steuerung für den Lift hinterlegt werden können. „Die Lösung lässt sich aber bei diesem Liftmodell nicht umsetzen.“

Deshalb sei am 6. September erneut die Reparatur in Auftrag gegeben worden. „Wir rechnen damit, dass der Lift kurzfristig repariert wird“, so Dziedeck.

Wie Menschen mit Einschränkungen in der Zwischenzeit zu den Zügen gelangen sollen, bleibt offen.

Bis zum Start für einen barrierefreien Umbau des Lüner Hauptbahnhofs, nebst einem neuen Aufzug an den Gleisen 3 und 4, wird es noch mindestens bis 2023 dauern. Das bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Freitag erneut auf Anfrage. Die Planungen laufen, man warte aktuell auf Rückmeldung des Eisenbahn-Bundesamts.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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