Der September 2021 war der trockenste seit 15 Jahren. Das haben auch die Landwirte in Lünen gemerkt. © picture alliance / dpa
Trockenheit

Trockenster September seit 15 Jahren – Das sagen Lünens Landwirte dazu

Nach drei Dürresommern folgte in 2021 ein nasser Sommer. Doch der September war wiederum der trockenste erste Herbstmonat seit 15 Jahren. Lüner Landwirte freuten sich über Schauer.

Drei Jahre in Folge waren die Sommer mehr als trocken, es waren regelrechte Dürresommer. Im Jahr 2021 sah der Sommer aber völlig anders aus, er war nass.

So nass, dass so mancher Landwirt nicht wusste, wie er die Ernte einfahren soll. Es bildeten sich Pfützen, das Korn wurde nicht trocken und es stand wo es stand, es sei denn es war bereits von der Feuchte zu Boden gesunken.

Trockenster September seit 15 Jahren

Im September sah die Lage schon wieder ganz anders aus. Denn der September 2021 war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit rund 35 Litern pro Quadratmeter der trockenste erste Herbstmonat in Deutschland seit 15 Jahren – nach 2006 mit nur 30 Litern pro Quadratmeter.

Gemessen wurden vom DWD knapp 45 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990. Damals gab es im Durchschnitt 61 Liter pro Quadratmeter. Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 50 Prozent. Im Zustrom tropischer Luft entluden sich in der zweiten Monatsdekade hier und da noch einmal Gewitter und Starkregen.

Nasser Sommer gut für trockenen September

Aber hatte das auch Auswirkungen auf die Lüner Landwirte? Gab es Probleme bei der Saatbettbereitung, der Ernte oder der Aussaat? Dietrich Goertz vom Gahmener Hof sagt gegenüber der Redaktion dazu: „Ja, gemerkt hat man das schon, da hat man sich über Schauer gefreut.“ Gerade beim Pflügen der Äcker habe es schon sehr gestaubt.

Zum Glück habe es in diesem Jahr im Sommer bereits ausreichend geregnet, sodass der Boden insgesamt noch feucht genug war. Auch für die Stoppelbearbeitung nach der Ernte sei der Boden noch feucht genug gewesen, ebenso wie für die Aussaat. Ein paar nasse Pfützen habe es nach dem überaus nassen Sommer noch gegeben, aber durch die Trockenheit im September hat sich das wieder ausgeglichen.

Einzelne Schauer im September halfen bei Bodenbearbeitung

Auch mit Julian Freisendorf vom Hof Freisendorf hat die Redaktion über das Thema Trockenheit im September gesprochen. Er hat den diesjährigen September nicht als besonders trocken empfunden. „Ich fand eigentlich war es ein relativ normales Jahr was die Niederschläge angeht“, so der Landwirt. Da seien die letzten drei Dürrejahre schlimmer gewesen.

Julian Freisendorf ist Landwirt und Jäger und ärgert sich über einen Hund, der im Erlensundern ein Reh gehetzt und schwer verletzt hat.
Julian Freisendorf ist Landwirt und Jäger und ärgert sich über einen Hund, der im Erlensundern ein Reh gehetzt und schwer verletzt hat. © Marc Fröhling © Marc Fröhling

Im September hat er insgesamt knapp 30 Millimeter Regen auf den Quadratmeter gemessen; das entspricht 30 Litern. Die Kartoffelernte ist eingefahren und das Roden der Erdäpfel ging problemlos. Der Regen habe den Boden aufgelockert, sodass die Kluten (harte Erdbrocken) gut zerfallen sind bei der Bodenbearbeitung.

Auch die Maisernte und die Herbstaussaat haben gut geklappt. „Anfang September war es etwas trocken“, erinnert sich der Lüner Landwirt zurück, „aber dann kamen ja ein paar Schauer, die haben gut gegengesteuert.“

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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