Trotz NRW-Tourismus mit Rekordzahlen: Hotels in Lünen haben weniger Gäste

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Die Tourismusbranche in NRW jubelt. Seit zehn Jahren kommen immer mehr Gäste. 2019 war ein neues Rekordjahr. Hotels in Lünen jedoch hatten deutlich weniger Buchungen als im Vorjahr.

Lünen

, 25.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tourismus in Nordrhein-Westfalen boomt. Das zehnte Jahr in Folge gibt es einen neuen Gäste- und Übernachtungsrekord. Das belegen Zahlen des statistischen Landesamts (IT.NRW).

Vor allem allem in den Reisegebieten im Südwesten von NRW sowie im Ruhrgebiet konnten 2019 mehr Gäste und Übernachtungen verbucht werden als ein Jahr zuvor.

Weniger Gäste kommen nach Lünen

In Lünen hingegen müssen die Hoteliers ein dickes Minus in Kauf nehmen. 34.543 Gäste kamen 2019 in die Lippestadt und verbrachten 62.798 Übernachtungen in Lünen. Das sind 15,5 Prozent weniger Gäste bei fast 12 Prozent weniger Übernachtungen als 2018. Die Zahlen gelten für Hotels, die mindestens zehn Betten anbieten. Kleinere Pensionen werden nicht berücksichtigt.


Das Lünen, als verhältnismäßig kleine Stadt des Ruhrgebiets, nur wenige Touristen anzieht, ist nicht neu. Die meisten Hotelgäste sind geschäftlich in der Stadt. Auch im restlichen Ruhrgebiet besteht ein großer Teil der Hotelgäste immer noch aus Geschäftsreisenden. Hier findet sich dann auch der Grund für den Einbruch der Zahlen in Lünen: Die Schließung des Steag-Kraftwerks Ende 2018.

So erklärt es sich jedenfalls Carola Deinhart-Auferoth, Leiterin des Hotels an der Persiluhr an der Münsterstraße. „Wenn so ein großer Betrieb schließt, fallen die Buchungen weg“, sagt sie.

Bis sich neue Firmen auf dem jetzt als Gewerbefläche geplanten Gebiet ansiedeln, wird auch noch einige Zeit vergehen. Das alte Kraftwerk muss erst einmal abgerissen werden.

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Großer Nachbar Dortmund mit guten Zahlen

Andreas Riepe, Inhaber des Ringhotels am Stadtpark, zieht den Vergleich zur Nachbarstadt Dortmund. Handel, Gewerbesituation, Veranstaltungen und Fußball ziehen viele Gäste in die Stadt. „Das gibt es in Lünen alles deutlich weniger“, so Riepe, der ein zweites Haus in Dortmund betreibt. Das Ringhotel in Lünen konnte 2019, dank neuem Wellnessbereich, laut Riepe aber kleinere Zuwächse verzeichnen.

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Die Dortmunder Hotels konnten 2019 mit rund 1,4 Millionen Übernachtungen ein Plus von 6,5 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr einfahren.

Neben dem fast allgegenwärtigen Fußball gab es 2019 in Dortmund Großveranstaltungen, die auch in die Nachbarstadt Lünen ausstrahlten. Der evangelischen Kirchentag und das Pokémon Go-Festival sorgten für ausgebuchte Hotels, zogen je weit über hundertausend Gäste an.

Dortmunder Gäste helfen Lünen nur bedingt

„Solche Veranstaltungen helfen uns natürlich“, sagt Deinhart-Auferoth, aber sie können nicht das Geschäftsjahr retten. Und: Wenn man Lünen nicht kenne, würden viele hier kein Zimmer buchen, selbst bei großen Veranstaltungen. Trotz guter Verkehrsanbindung nach Dortmund. Auf Plattformen wie booking.com tauche Lünen nicht auf, wenn man nach Dortmund sucht.

Ein Beispiel: Das Champions-League-Spiel zwischen dem BVB und Paris Saint Germain am 18. Februar. Ein Hotelzimmer in Dortmund konnte laut Deinhart-Auferoth bis zu 500 Euro kosten. In Lünen war von Besucherandrang nichts zu spüren.

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Hier ging es um mehr als einen Arbeitsplatz. Bei einer Veranstaltung im Steag-Kraftwerk nahm die Lüner Steag-Familie Abschied vom Kraftwerks-Standort. Es war ein Abend voller Emotionen.

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