Baby-Einsatz im Klinik-Foyer: Die kleine Tamara Olivia von Mama Margarita Driss wollte nicht warten. Sie kam im Krankenhaus-Eingang zur Welt, begleitet von Hebamme Hanna Simonetti (r.). © Eickelmann
St. Marien Hospital

Turbo-Geburten in Lünen: Babys kamen an ungewöhnlichen Orten zur Welt

Gleich zwei Babys hatten es so eilig, dass sie sich für ihre Geburt besondere Orte in Lünen ausgesucht haben. Die kleinen Mädchen sind wohlauf. Für alle Beteiligten war es sehr aufregend.

Weil die Geburt bei ihrem ersten Kind lange gedauert hatte, wollte Margarita Driss (32) beim zweiten Baby noch warten. Ihr kleines Mädchen hatte aber wohl andere Pläne. Nach anfänglichen Wehen und einem späteren Blasensprung ging am Dienstag (5.10.) ab 22 Uhr alles blitzschnell.

Kaum hatte der Vater Hebamme Hanna Simonetti (24) im St.-Marien-Hospital angerufen und sich mit seiner Frau auf den Weg gemacht, kündigte sich die Kleine schon an. „Plötzlich meldete sich die Pforte, dass die Mutter schreit und vor der Tür nicht mehr aus dem Auto kommt“, erinnert sich die Hebamme. Sie hat erst im September ihr Examen gemacht und stand jetzt im Nachtdienst vor einer besonderen Herausforderung.

Mit Nabelbesteck und Handtüchern zur Pforte

Hanna Simonetti schnappte sich Nabelbesteck und Handtücher. Schnell rief sie eine Ärztin und eine Kollegin, die ein Bett zum Eingang bringen sollte. Zwischenzeitlich hatte es die Mutter unter starken Wehen aus dem Auto ins Klinik-Foyer geschafft. Kaum war das Bett da, kam Tamara-Olivia schon auf die Welt. Eine Turbo-Geburt in der Eingangshalle. Nicht das erste Mal. Schon 2013 war ein kleines Mädchen im Foyer geboren worden. Damals war die Pförtnerin kurzerhand zur Geburtshelferin geworden.

3840 Gramm bringt Tamara Olivia auf die Waage, sie ist 51 Zentimeter groß und wohlauf. Wie auch ihre Mama, die im Mai 2020 schon ihr erstes Kind im St.-Marien-Hospital geboren hat. Damals allerdings unter weniger spektakulären Umständen. Eine Parallele gibt es aber doch: Hebamme Hanna Simonetti war seinerzeit auch dabei, noch in der Ausbildung. „Der Vater konnte sich sofort erinnern“, berichtet Hanna Simonetti. Für sie war der Baby-Einsatz in der Eingangshalle „sehr aufregend, aber auch eine total schöne Erfahrung“, wie sie sagt. So etwas müsse man als Hebamme auch mal erlebt haben.

Baby aus Selm kommt im Rettungswagen zur Welt

Nicht minder aufregend gestaltete sich für zwei Rettungssanitäter des DRK der Donnerstagmorgen (7.10.). Sie wurden zu einer Schwangeren nach Selm gerufen. Bei Sabrina Scholze hatte sich das sechste Kind angekündigt. Das wollte allerdings den Weg ins Lüner Marien-Hospital nicht mehr abwarten. Um 7.14 Uhr kam es auf der Trage im Rettungswagen zur Welt, im Beisein der Lüner Rettungskräfte.

Teddy, Kuschelkissen und Blumen gab es von der Feuerwehr: Kiara, das sechst Kind von Sabrina Scholze, wurde auf der Trage im Rettungswagen geboren.
Teddy, Kuschelkissen und Blumen gab es von der Feuerwehr: Kiara, das sechst Kind von Sabrina Scholze, wurde auf der Trage im Rettungswagen geboren. © Eickelmann © Eickelmann

Zwei Minuten später erwartete Hebamme Natascha Schäfer Mama und Baby schon an der Klinik-Tür. Die kleine Kiara ruhte selig auf dem Bauch ihrer Mutter. Alles ist gut gegangen. „Das war ein Gänsehaut-Moment“, erinnert sich Monika Eickelmann, pflegerische Leitung der Geburtshilfe. Kiara ist 2830 Gramm schwer und 49 Zentimeter groß. Kurz nach der Geburt bekam sie schon Geschenke: Teddy und Schmusekissen von der Lüner Feuerwehr. Für die Mama gab es Blumen.

Kiara ist das 532. Baby der Lüner Klinik in diesem Jahr.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn