Über 130 Meter großes Windrad in Lünen geplant

An der Elsa-Brändström-Straße

Es gibt neue Windradpläne für Lünen: In Brambauer soll auf der Halde an der Elsa-Brändström-Straße eine 130 bis 150 Meter hohe Anlage entstehen. Sie könnte im Jahr rund 1300 Haushalte versorgen. Doch bevor die Pläne konkret werden können, müssen zunächst alle möglichen Auswirkungen geprüft werden.

BRAMBAUER

, 28.04.2015, 06:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Pläne informierte Thomas Berger, Leiter der Stadtplanung, am Dienstag den Ausschuss für Stadtentwicklung. Das Unternehmen RAG Montan Immobilien wolle noch in diesem Quartal einen Genehmigungsantrag nach Bundesimmissionsschutz-Gesetz einreichen.

Das Windrad werde etwa 4.600 Megawattstunden Strom im Jahr erzeugen, was etwa dem Bedarf von 1.300 Haushalten entspreche. Die Stadt, erläuterte Berger, prüfe nun mögliche störende Auswirkungen auf Anlieger. Dabei geht es zum Beispiel um "optische Bedrängung", so der Fachbegriff. In einem Radius rund um den geplanten Standort, der dem Dreifachen der Windrad-Höhe entspreche, befänden sich drei Wohngebäude. Außerhalb dieses Bereichs werde im Grundsatz nicht von der Möglichkeit einer störenden Wirkung ausgegangen.

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Wie es um die Standsicherheit eines Windrades auf einer Halde bestellt sei, wollte Klaus Lamczick (SPD) wissen. Hintergrund: Das ebenfalls auf einer Halde gebaute Alpincenter in Bottrop ist in Schieflage geraten. "Eine Punktbelastung ist anders zu werten als eine Flächenbelastung", antwortete Berger. Es gebe auch schon Windräder auf Halden, zum Beispiel in Gelsenkirchen. Mit gewisser Sorge blickt die Lüner Stadtverwaltung Richtung Dortmund: Denn die Nachbarstadt wolle nicht weit entfernt zwei Windräder bauen, eines davon auf der Fläche Groppenbruch. Diese Fläche war einmal als interkommunales Gewerbegebiet beider Städte gedacht. Weil die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben war, wurde das Projekt aber erst einmal auf Eis gelegt.

Windrad könnte Pläne für ein Gewerbegebiet durchkreuzen

Komplett erledigt haben sich die Pläne aber zumindest aus Lüner Sicht damit nicht. "Wir gehen immer noch von der Option für eine Gewerbefläche aus", erklärte Berger im Ausschuss. Wenn dort allerdings erst einmal ein Windrad stehe, werde es in Sachen Gewerbegebiet schwierig.

Frank Bußmann, Sprecher der Stadt Dortmund, erklärte gestern auf Anfrage, man stehe noch „ziemlich am Anfang des Verfahrens“. Es gehe um mögliche Flächen für Windkraftanlagen in der Stadt Dortmund, die gutachterlich untersucht würden. Davon sei Gruppenbruch eine. 

Die Bezirksvertretung Mengede habe sich ablehnend dazu geäußert. Die endgültige Entscheidung - durch den Dortmunder Rat - sei noch nicht gefallen. Laut Bußmann schließen sich Gewerbegebiet und Windrad nicht aus. Ein Windrad am Rande einer Gewerbefläche halte man in der Dortmunder Verwaltung durchaus für möglich.

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