Überfall nach „Goldener Serie“

LÜNEN Im Juli hat ein junger Spielhallen-Besucher in Lünen zwei andere Zocker überfallen, die gerade eine „Goldene Serie“ hatten. Am Freitag wurde der Mann vom Dortmunder Schöffengerichit zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

von Von Jörn Hartwich

, 03.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagte ist 21 Jahre alt und kommt eigentlich aus Mannheim. Dass er sich in Lünen aufgehalten hat, hängt mit einer jungen Frau zusammen, die er im Sommer 2006 über das Internet kennen gelernt hatte. Inzwischen haben die beiden sogar einen fünf Monate alten Sohn, was aber wohl nicht geplant war. Der Verteidiger sprach schon im Prozess von einer reinen „Zahlvaterschaft“. Doch selbst dazu wird der verschuldete und arbeitslose Angeklagte am Ende wohl nicht in der Lage sein.

Er war damals ohnehin sofort zu seinen Eltern zurückgekehrt, als er von der Schwangerschaft seiner Freundin erfahren hatte. Das war im vergangenen Dezember. Im Juni kehrte er dann aber doch noch einmal zurück. Ein Besuch mit schlimmen Folgen. Erst klaute er der werdenden Mutter die Ersparnisse (400 Euro), dann ging er in zwei Lüner Spielhallen auf Beutetour. Sein erstes Opfer war ein 67-jähriger Mann mit Krückstock, der am Automaten neben ihm spielte. Seinen Gewinn (knapp 200 Euro) hatte der Senior in einer Plastikschale aufbewahrt, die plötzlich verschwunden war.

Seinem zweiten Opfer (46) war der Angeklagte sogar auf die Straße gefolgt. Dort hatte er dann mit einer Glasflasche zugeschlagen – direkt auf den Hinterkopf. „Eine hinterhältige Tat“, wie Richter Jürgen Twittmann im Urteil bemerkte. Auch dieser Mann hatte zuvor gewonnen – rund 400 Euro.

Im Prozess legte der 21-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. Neben den Überfällen hatte er außerdem auch noch einen Bekannten ausgenommen und in mehreren Kaufhäusern geklaut.

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