Überlastet bleibt überlastet: Experten können Lüner Verkehr verbessern, aber nicht heilen

rnVideo zeigt Verkehrs-Simulation

Es gibt Kreuzungen in Lünen, die sind überlastet - und die bleiben es auch. Verbesserungen aber sind möglich, sagen Experten. Wie aufwendig sie arbeiten, zeigt ein Simulationsvideo.

Lünen

, 27.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Insgesamt 29 Kreuzungen auf 56,3 Kilometern Lüner Straßen haben die Experten vom Ingenieurbüro Rudolf Keller aus Wülfrath untersucht - und die Ergebnisse und Verbesserungsmöglichkeiten am Dienstagabend erneut dem Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert.

Die Hauptmaßnahmen: das Büro würde die sogenannten „freien Rechtsabbieger“ abschaffen und die Ampelschaltungen neu programmieren. Bei freien Rechtsabbiegern muss man nicht auf die Ampelschaltung warten, sondern kann fahren. Weil die Rechtsabbieger-Spuren häufig durch wartende Geradeausfahrer blockiert würden, sei das keine Hilfe. Deswegen solle die Regelung geändert und rückgebaut werden. „Das würde dann auch ein homogenes Bild für alle Verkehrsteilnehmer schaffen“, sagte Diplom-Bauingenieur Jürgen Carls.

Video zeigt, wie komplex die Aufgabe ist

Abgesehen davon schlägt das Büro jeweils kleine Änderungen vor, etwa eine Neu-Führung des Radverkehrs. Erste Ergebnisse hatte der Ausschuss schon im Februar erfahren.

Wie komplex die Berechnungen sind, zeigt der Blick in ein Video, das die Verkehrsplaner dem Ausschuss vorgestellt haben. Es zeigt den Verkehrsfluss in Lünen - einschließlich der angedachten Änderungen:

Das Verkehrsbüro hatte die Leistungsfähigkeit der großen Kreuzungen im Stadtgebiet untersucht - und zwar mit dem erwarteten Verkehrsaufkommen von 2030. Die vorgeschlagenen Änderungen haben die Verkehrsexperten dann simuliert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass durchaus Verbesserungen möglich sind: Stand jetzt schneiden 13 Knotenpunkte mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. Mit den Änderungen sind es „nur“ noch 7.

Überlastet bleibt überlastet: Experten können Lüner Verkehr verbessern, aber nicht heilen

Das Bild aus der Präsentation der Verkehrsexperten zeigt die Kreuzungen nach den Verbesserungen. Ungenügend, also rot oder orange, sind dann "nur" noch 7. © Keller Verkehrsingenieure/DTV Verkehrsconsult

„Deutlich verbessert“ hätten sich die Verkehrsqualitäten dadurch, meinte Carls, schränkte aber auch ein: „Wir können nicht alles heilen, es wird weiterhin Staus geben.“ Das gelte zum Beispiel für die sogenannte „Mercedes-Kreuzung“ an der Kurt-Schumacher-/Viktoriastraße. „Die Kreuzung ist überlastet und bleibt überlastet“, sagte Carls, „da reichen solche Maßnahmen nicht aus.“

Bevor etwas passiert, entscheidet die Politik

Das Büro hatte auch geprüft, ob ein ein- oder zweispuriger Kreisverkehr dort helfen würde. Die Antwort: nein: „Das wäre nicht leistungsfähig genug und würde zu hohen Wartezeiten führen“, sagte Carls. Das gleiche gelte für Kreisel-Optionen an der Kreuzung Borker Straße/Konrad-Adenauer-Straße und Viktoriastraße/Parkstraße. Dort nähme man sich durch einen Kreisverkehr auch jede Steuerungsoption.

Wie geht es also weiter? Die konkreten Maßnahmen werden laut Technischem Beigeordneten Arnold Reeker jetzt nicht einfach umgesetzt , vorher bräuchte es noch politische Beschlüsse. Wenn Kreuzungen baulich verändert werden, sei das ja auch relevant für den Haushalt - könnte also möglicherweise teuer werden.

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