Überstunden: In der Lüner Verwaltung arbeitete 2019 jeder Beschäftigte einen Tag zusätzlich

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Die Angestellten in der Stadtverwaltung arbeiten nach wie vor deutlich mehr, als sie müssen. Dennoch hat sich das Überstunden-Problem gebessert. Handlungsbedarf gibt es bei der Feuerwehr.

Lünen

, 27.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Kommissarin aus Gelsenkirchen geht voraussichtlich mit 1200 Überstunden in Pension. Ein solcher Fall droht in der Lüner Stadtverwaltung zwar nicht. Käme es aber zu dieser Situation, würde die Verwaltung ähnlich handeln: „Die Überstunden werden im Allgemeinen durch Freizeit ausgeglichen“, erklärt Michael Kuzniarek, Fachbereichsleiter Personal bei der Stadt Lünen.

Eine Auszahlung ist also nicht vorgesehen - und würde auch teuer werden. 24.500 Überstunden haben die 1031 Beschäftigten der Verwaltung im Jahr 2019 auf ihren jeweiligen Zeitkonten angehäuft - jeder hat also im Schnitt einen kompletten Tag mehr gearbeitet. „Diese Überstunden haben natürlich einen Wert.“ Allerdings kennt Kuzniarek diesen Wert noch nicht, da der Jahresabschluss erst zum 31. März vorliegen wird.

Feuerwehr hat weiter Handlungsbedarf

Die 24.500 Überstunden sind übrigens eigentlich eine gute Nachricht, denn vor zwei Jahren sah es noch deutlich schlimmer aus: Damals kam die Verwaltung auf 32.000 Überstunden. „Das entsprach 2,3 Prozent des gesamten Arbeitszeitvolumens, jetzt liegen wir bei 1,5 Prozent.“ Der Fachbereichsleiter betont, dass die Überstunden „kein Problem“ für die Situation der Verwaltung darstellen.

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Nach dem Anstieg 2017 habe man die Situation im Jahr 2018 analysiert und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht zum ersten Mal Handlungsbedarf vor allem bei der Feuerwehr besteht. Neueinstellungen und Änderungen beim Schichtdienst hätten zu einer Verbesserung geführt: „Das Ergebnis von rund 17 Überstunden pro Beschäftigtem im 24-Stunden-Dienst ist deutlich geringer als in den Jahren zuvor.“

Gleichwohl bleibt dieser Bericht der Verwaltung nach wie vor im Fokus, wenn es um die Verringerung der Überstunden geht: „In der Feuerwehr sind die Stundenwerte für Elternzeit, Sonderurlaub, Abordnungen und sonstige Stunden, die Einfluss auf den Personalausfallfaktor haben, gegebenenfalls anzupassen“, sagt Michael Kuzniarek. Hier biete der neue Brandschutzbedarfsplan, der dieses Jahr erstellt wird, weitere Chancen.

Neues Bewerber-Management-System

Natürlich sind auch andere Bereiche der Verwaltung betroffen. Hier hat der Fachbereich je nach Abteilung gewisse „saisonale Unterschiede“ festgestellt: „In manchen Abteilungen ist beispielsweise im Sommer nichts los, die Zeitkonten laufen also teilweise ins Minus.“ Das mache eine konkrete Planung schwierig.

Gleichwohl will die Verwaltung künftig schneller auf Personalfluktuationen reagieren. „Dazu haben wird bereits die Anzahl der in Ausbildung befindlichen Personen erhöht und unsere Personalakquise professionalisiert“, verweist Kuzniarek auf ein Bewerbermanagementsystem, mit dem man künftig im Rathaus Neubesetzungen schneller vornehmen will.

1,2 Tage Resturlaub pro Mitarbeiter

  • Neben den Überstunden haben Angestellte der Verwaltung in 2019 auch Resturlaub mit ins neue Jahr genommen.
  • Zum Stichtag 31. Dezember 2019 hat die Verwaltung 1233 Tage Resturlaub registriert, das wären im Schnitt etwa 1,2 Tage pro Beschäftigtem.
  • Auch die Resturlaubstage werden nicht ausgezahlt, sondern müssen in der Regel bis zum 31. März genommen werden.
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