Umsatzeinbruch durch Corona: Lüner Escape-Room im Insolvenzverfahren

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Nach dem bisher erfolgreichsten Jahr 2019 standen eigentlich Expansionspläne im Raum. Dann kam die Corona-Pandemie. Jetzt ist der Lüner Escape-Room LippEscape im Insolvenzverfahren.

Lünen

, 28.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Januar und Februar habe er sich noch nach Expansionsmöglichkeiten in der Stadt umgeschaut, berichtet Christian Wagner-Kornacker, Geschäftsführer des einzigen Lüner Escape-Rooms LippEscape am Christinentor. Schließlich hatte das Unternehmen das bisher erfolgreichste Jahr hinter sich.

„Und dann kam der 16. März“, sagt Wagner-Kornacker. Danach habe das Unternehmen zehn Wochen lang bis Ende Mai schließen müssen, „aber auch danach gab es noch Beschränkungen und wir konnten nicht richtig loslegen“.

Umsatzeinbruch von rund 80 Prozent wegen Corona

Insgesamt habe das Unternehmen in der Zeit einen Umsatzeinbruch von rund 80 Prozent gehabt - und besser sei es danach nicht geworden. „Die Leute sind weiter verunsichert“, hat er beobachtet, dabei sei das Risiko im Escape-Room nicht höher, als wenn man gemeinsam mit Freunden im Wohnzimmer auf dem Sofa sitze. Die Soforthilfe der Bundesregierung hätten er und sein Partner Steven Kornacker zwar beantragt und bekommen - das sei jedoch „lächerlich“ und habe nicht geholfen. Zudem sei man ja weiterhin unsicher, ob man das Geld nicht später noch zurückzahlen muss.

Im September 2016 hatte der Escape-Room im Christinentor geöffnet. Das Prinzip: Eine Gruppe von Menschen lässt sich in einem Raum einschließen und muss es mit Hinweisen und Rätseln schaffen, rechtzeitig aus dem Raum zu fliehen. Es gibt beispielsweise die Themen „Flucht vor der Stasi“ oder „Verhinderung des Super-GAU im Atomkraftwerk“.

Sonst ausgebucht, jetzt keine einzige Weihnachtsfeier

All das kam offenbar gut an, berichtet Wagner-Kornacker. „Für die Weihnachtszeit waren die Termine schon im September ausgebucht“, viele Firmen haben bei LippEscape die etwas andere Weihnachtsfeier organisiert. Die Firmen hätten jetzt jedoch auch Angst: „Wir haben dieses Jahr keine einzige Weihnachtsfeier.“

Dabei könnte man jetzt weiterhin buchen, der Betrieb bei LippEscpape läuft vorerst weiter - natürlich unter Corona-Bedingungen und nach den jeweils geltenden Vorschriften.

Sollte LippEscape den Betrieb tatsächlich einstellen müssen, planen die Geschäftsführer eine Art Flohmarkt und den Abverkauf aller Einrichtungsgegenstände. So weit ist es aber noch nicht. Der Insolvenzverwalter prüft momentan die Unterlagen, es läuft das Insolvenzeröffnungsverfahren - erst danach entscheidet sich, wie es mit dem Lüner Escape-Room weitergeht.

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen sind für viele Betriebe eine existenzielle Bedrohung. Das Lüner Reisebüro Krause hat deswegen schon Insolvenz anmelden müssen, Wirtschaftsförderer Eric Swehla befürchtete schon im Mai, dass eine zweite Welle für viele Unternehmer auch moralisch ein Tiefschlag wäre.

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