Große Weihnachtsfeiern bleiben 2021 die Ausnahme. © picture alliance / dpa
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Umsatzfaktor Weihnachtsfeiern: So läuft es mit den Nachfragen in Lünen

Weihnachtsfeiern sind wieder möglich, aber noch ist die Nachfrage nicht so groß wie vor Corona. Ein großer Lüner Arbeitgeber plant jetzt schon ein großes Fest für den Sommer.

Kaum ist der Herbst angebrochen, naht auch schon wieder die Adventszeit. Im Vorjahr durchkreuzte der Lockdown sämtliche Pläne hinsichtlich einer Weihnachtsfeier. In diesem Jahr dürfen sich die Beschäftigten in Firmen und Betrieben nach aktuellem Stand unter Einhaltung der 3G-Regeln treffen.

„Es gibt schon einige Nachfragen, aber das ist wie das ganze Geschäft nicht mit der Zeit vor Corona vergleichbar“, ordnet Manuel Kraas, Geschäftsführer des Westermanns, ein. Gerade im Jahr 2019 sei die Zahl der Feiern zudem besonders hoch gewesen. Anfragen für Feiern mit großer Personenzahl habe es aber bislang kaum gegeben. „Das ist irgendwie nachvollziehbar, schließlich gelten ja in vielen Firmen Maskenpflicht und Abstandsregeln“, findet Manuel Kraas.

Feiern auch in der dritten Woche

„Die Nachfrage ist sehr, sehr gut. Wir sind wahrscheinlich noch nicht auf dem Niveau von 2019, aber wir kommen gut heran“, berichtet Dennis Stolzenhoff, Geschäftsführer des gleichnamigen Fleischerei- und Cateringunternehmens. Einige Buchungen seien aber erst im November zu erwarten, sodass eine abschließende Bewertung noch nicht möglich sei.

Manuel Kraas zweifelt noch etwas an den Bedingungen für Weihnachtsfeiern.
Manuel Kraas zweifelt noch etwas an den Bedingungen für Weihnachtsfeiern. © Irina Höfken © Irina Höfken

Gerade in der Winterzeit, wenn kaum Hochzeiten gefeiert würden, seien Weihnachtsfeiern für jeden Gastronomen ein wichtiger Umsatzfaktor. „Meistens finden die Feiern in den ersten beiden Dezemberwochen statt. Weil Heiligabend dieses Jahr am Freitag ist, haben wir auch noch einige Feiern in der dritten Woche“, beobachtet der Geschäftsführer. Zudem seien derzeit vergleichsweise wenige Auflagen einzuhalten: „Wir werden auf 3G achten und möglichst häufig desinfizieren.“

Skepsis bei Gastronomen noch nicht verflogen

Westermanns-Geschäftsführer Manuel Kraas traut der Sache noch nicht so richtig. „Man muss vorsichtig sein, wie viele Anfragen man erfüllen kann. Die Lage kann plötzlich auch wieder ganz anders aussehen und dann wird schnell wieder storniert“, grübelt er. Da das Geschäft im a-la-Carte-Bereich derzeit sehr gut laufe, sei das Fehlen von großen Feiern in diesem Jahr nach jetzigem Stand nicht ganz so relevant.

„Wir hatten bis jetzt nur ganz wenige Anfragen, viele Firmen verzichten wahrscheinlich noch auf eine Feier“, vermutet Placido Galvagno, Inhaber des „Ristorante da Dino“. Einen konkreten Plan, wie Weihnachtsfeiern unter Corona-Bedingungen aussehen könnten, wolle er sich mit seinem Team noch einfallen lassen. Vorerst hofft er auf weitere Anfragen, denn „Weihnachtsfeiern sind schon wichtig für unseren Betrieb.“

Placido Galvagno hofft auf weitere Anfragen.
Placido Galvagno hofft auf weitere Anfragen. © Beate Rottgardt © Beate Rottgardt

Sparkasse will erst im Sommer größer feiern

Zwei größere Arbeitgeber in Lünen gehen das Thema in diesem Jahr unterschiedlich an. „Jede unserer Gesellschaften entscheidet eigenverantwortlich, ob und in welchem Rahmen gefeiert wird“, antwortet Remondis-Pressesprecher Michael Schneider auf Anfrage. Bei den meisten sei aber ein gemeinsames Treffen in einer Gastronomie geplant. „Es gehört für uns zur Unternehmenskultur dazu, den Mitarbeitern Danke zu sagen“, unterstreicht er.

Die Sparkasse an der Lippe hat sich gegen eine Geschäftsfeier für den Gesamtbetrieb entschieden. „Die Organisation einer solchen Feier für einen Betrieb unserer Größenordnung bedarf einer gewissen Planungssicherheit. Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung bewusst und wollen kein Risiko eingehen“, erklärt Pressesprecher Bernd Wieck zur Begründung.

Stattdessen sei eine Feier im Juni unter freiem Himmel geplant. Als Alternative können die Mitarbeiter auf Abteilungs- bzw. Geschäftsstellenebene eine Weihnachtsfeier veranstalten. Dafür stellt die Sparkasse jedem ein persönliches Budget zur Verfügung. „Solche Events geben allen Kollegen die Möglichkeit, sich abseits des Arbeitsplatzes im feierlichen Rahmen und lockerer Atmosphäre auszutauschen“, betont er.

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Bastian Becker