Umstrittenes Musical kommt auch nach Lünen

Neuinterpretation von Les Misérables

In Bochum und Essen sorgte das Musical "Les Misérables - Barricade" für Missmut. Viele Zuschauer verließen schon nach einer Viertelstunde wütend den Saal. Nun kommt die Produktion auch nach Lünen. Doch ist die Neuinterpretation des beliebten Stücks wirklich so schlecht?

Lünen

, 26.01.2017 / Lesedauer: 3 min
Umstrittenes Musical kommt auch nach Lünen

Symbolbild: Darsteller bei einer Aufführung von Les Miserables in Spanien.

Uwe Wortmann, Leiter des Lüner Kulturbüros, vermutet, dass die Enttäuschung vor allen Dingen auf falsche Erwartungen zurückzuführen ist. Die Produktion "Barricade" von der Kammeroper Köln ist am Dienstag, 14. Februar, im Hilpert-Haus zu Gast.

Erzählt wird die Geschichte des Romans „Die Elenden“ von Victor Hugo. Und genau da liegt das Problem. „Die Elenden“ heißt im Original „Les Misérables“ und ist auch die Vorlage für das weltweit erfolgreiche Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil. Diese Version hatten offenbar viele Zuschauer erwartet, die die Aufführung im Bochumer Ruhrcongress und kurz darauf im Essener Colloseum erlebten. Auch deshalb, weil sie als "Les Misérables" beworben wurde und dieser Name auch auf den Tickets stand.

Allerdings präsentiert die Kammeroper Köln zusammen mit der Deutschen Musical Company eine neue Musical-Version, mit Musik von Esther Hilsberg und in einer neuen Bühnenfassung von Holger Pototzki. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden, hat sich die Kammeroper Köln nun entschieden, das Musical nicht mehr „Les Misérables“ zu nennen, sondern „Barricade“. Und so wird es auch im Lüner Theaterprogramm angekündigt.

Auch gute Kritiken aus einigen Städten

„Wir haben immer darauf hingewiesen, dass es eine Neuproduktion ist und nicht das beispielsweise aus dem Londoner Westend bekannte Musical“, so Kulturbüroleiter Uwe Wortmann auf Anfrage. Er hat das Musical „Barricade“ im vergangenen Jahr für die Vormieteserie II eingekauft. „Weil die Zuschauer so begeistert von der Operngala waren, die die Kammeroper Köln in der vergangenen Saison in der Muse klassisch bei uns gezeigt hat.“

Nun gastiert das Ensemble aus der Domstadt gleich mit zwei Produktionen in Lünen – am 14. Februar mit „Barricade“ und schon am 5. Februar mit der Operette „Die lustige Witwe“.

Vertreter der Kammeroper Köln sagten, dass sie die öffentlichen Diskussionen zu den Aufführungen in Bochum, Essen, Frankfurt, Hamburg und Kassel natürlich auch wahrgenommen hätten. Die scharfe Kritik erklärt man sich mit einer falschen Erwartungshaltung. In Friedrichshafen und Solingen sei diese Erwartung nicht vorhanden gewesen und dort habe man auch „sehr gute Kritiken“ bekommen. 

Das Musical
Barricade, Di, 14. Februar, 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater Lünen
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