Unterricht: Kaum noch Platz für Flüchtlingskinder

Integration an Lüner Schulen

Am Mittwoch hat das neue Schuljahr begonnen. Doch viele Schulen stoßen durch regen Zulauf von Flüchtlingskindern und auch dem generellen Andrang an ihre Grenzen. Das passiert auch momentan vielen Lüner Schulen. Anders als in zahlreichen Großstädten lernen die Flüchtlingskinder dort in Regelklassen.

LÜNEN

, 14.08.2015, 05:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unterricht: Kaum noch Platz für Flüchtlingskinder

Für das neue Schuljahr wurden vom Kommunalen Integrationszentrum bisher 38 Flüchtlingskinder vermittelt.

Der Wohnraum für Flüchtlinge wird in immer mehr Kommunen knapp. Der Platz für Flüchtlingskinder an manchen Schulen langsam auch. „Die Wunsch-Schule ist nicht immer möglich“, sagt Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung Lünen. Er betont aber: „Generell reichen die Kapazitäten an unseren Schulen noch.“

„Der Andrang ist schon ziemlich stark“, erklärt Marina Raupach, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Unna (KI). Von dort werden die Flüchtlingskinder an die Schulen vermittelt.

„Die pädagogische Grenze ist erreicht"

85 vom KI vermittelte und betreute Kinder besuchten im Schuljahr 2013/14 Lüner Schulen. Bereits 153 waren es im Schuljahr 2014/15. Für das neue Schuljahr 2015/16, das am Mittwoch begonnen hat, wurden von der KI bislang schon 38 Mädchen und Jungen nach Lünen vermittelt. Hinter diesen Zahlen stecken aber nicht nur Flüchtlingskinder. Es sind auch Mädchen und Jungen aus Familien von EU-Bürgern dabei, die nach Deutschland einwandern. Zum Beispiel aus Krisenstaaten wie Griechenland.

Kinder aus vielen Staaten mit unterschiedlichen Voraussetzungen angemessen unterrichten – dieser pädagogischen Herausforderung begegnet der Kreis Unna vom Grundsatz her mit dem „Go-in“-Konzept. Heißt: Die Mädchen und Jungen aus dem Ausland werden auf die Regelklassen verteilt. Spezielle Auffangklassen, wie in Dortmund, gibt es nicht.

Deutsch-Förderung für Flüchtlingskinder

Integration gelinge in einer Regelklasse besser, lautet ein Argument der Go-in-Befürworter. „Go-in schließt aber nicht aus, dass Kinder zur gezielten Deutsch-Förderung aus dem regulären Unterricht herausgenommen werden“, erklärt Schulverwaltungsleiter Grundmann. Die Schulen würden unterschiedliche Konzepte fahren.

Das bestätigt Reinhold Bauhus, Leiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule: „Wir führen Förderkurse durch und machen Einzelunterricht in Deutsch“. 36 Go-in-Kinder habe er an seiner Schule. „Jetzt sind wir rappelvoll“, sagt er. Das aber liege nicht allein an den Go-in-Kindern, sondern vor allem am generell großen Zulauf für seine Schule.

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