Vereinsregister zieht nach Dortmund

Amtsgericht Lünen

LÜNEN Die Vertreter aller eingetragenen Vereine aus Lünen, Selm und Werne, vor allem aber die Notare, erhalten neue Ansprechpartner bei der Justiz: Denn das Vereinsregister wird künftig nicht mehr beim Lüner Amtsgericht geführt.

von Peter Fiedler

, 26.05.2009, 06:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dietmar Schwabe führt das Vereinsregister derzeit auch noch mit Hilfe eines Zettelkastens.

Dietmar Schwabe führt das Vereinsregister derzeit auch noch mit Hilfe eines Zettelkastens.

Wenn in wenigen Tagen auch das Vereinsregister folgt, betrifft das 728 Vereine aus Lünen, Selm und Werne. So viele sind derzeit eingetragen, berichtet der beim Amtsgericht zuständige Justizobersekretär Dietmar Schwabe.Die vollständigen Akten zu jedem Verein lagern im Archiv, die Registerblätter, u.a. mit Angaben zum Vorstand, in einem Stahlschrank in Schwabes Büro. Die Namen aller Vereine hat der Justizbeamte in einem Zettelkasten sortiert. Denn der Computer ist für das Vereinsregister ein bislang weitgehend unbekanntes Wesen.Auch das ändert sich jetzt. Alle 728 Registerkarten werden gescannt, damit sie als Dateien zur Verfügung stehen und entsprechend bearbeitet werden können. Dietmar Schwabe geht davon aus, dass man den öffentlichen Teil des Vereinsregisters künftig auch online einsehen kann.

"Da die Notare Ansprechpartner vor Ort bleiben, wird sich für die Vereine relativ wenig ändern“, glaubt der Lüner Rechtsanwalt und Notar Leo Bögershausen. Die Notare allerdings müssten ihre Arbeitsweise anpassen und beispielsweise digitale Signaturen verwenden, wie schon beim Handelsregister.Einen Nachteil sieht Bögershausen für sich und andere Kollegen mit Kanzleien in der Nähe des Amtsgerichts: „Bei schwierigen Fällen konnte ich mal eben rüber gehen und sie vorbesprechen. Das funktioniert künftig natürlich nicht mehr.“Die Umstellungsphase bringt bereits Einschränkungen. Das Amtsgericht Lünen rechnet damit, dass Vereinsregistersachen schon ab Anfang Juni nicht mehr vor Ort in Lünen bearbeitet werden können und sich die Umstellungsarbeiten noch über den Stichtag 13. Juni hinaus erstrecken.

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