Nach Verfolgungsjagd mit 140 km/h: So trainiert die Polizei ihre Fahrer-Skills

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Immer wieder müssen Polizisten jemanden verfolgen und dabei gleichzeitig für ihre Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer sorgen. Wie bereitet man sich auf solche Situationen vor?

Lünen, Dortmund

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist später Abend, als einer Zivilstreife in der Brunnenstraße in Brambauer am Dienstag (2. Juli) ein Wagen auffällt. Nach einer Prüfung des Kennzeichens steht fest: Das Auto wurde vor einem Jahr gestohlen. Die Polizisten wollen den Pkw zum Halten bewegen. Doch der Fahrer hat andere Pläne. So kam es zu einer Verfolgungsfahrt mit rund 140 km/h. Sogar eine Straßensperre mussten die Polizisten errichten.

Eine Ausnahme? Eher nicht. Nina Kupferschmidt von der Pressestelle der Polizei in Dortmund sagt dazu: „Verfolgungsfahrten kommen immer wieder vor. Die oberste Priorität dabei hat aber, dass niemand zu Schaden kommt, weder die Polizei selbst, noch der Verfolgte oder gar Unbeteiligte.“ Wenn Situationen zu brenzlig seien, würden Verfolgungen auch abgebrochen. Außerdem stünden die Beamten im Fahrzeug immer mit der Leitstelle in Verbindung. So können auch Straßensperrungen arrangiert werden.

„Besondere Verantwortung in der Einsatzpraxis“

Bereits während der Grundausbildung lernen die Kommissaranwärter, wie sie in solchen Fällen zu reagieren haben. „Beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) ist das Fahr- und Sicherheitstraining ein fester und wichtiger Bestandteil des dreijährigen Bachelorstudiums bei der Polizei NRW“, erklärt der Pressesprecher des LAFP in Selm, Victor Ocansey. „Die Studierenden lernen bei diesem Training ihre besondere Verantwortung beim Führen eines Dienstfahrzeuges in der polizeilichen Einsatzpraxis kennen und steigern ihre individuelle Fahrkompetenz.“

Außerdem habe das LAFP die Fähigkeiten des Einzelnen während der ersten Einweisung in die Dienstfahrzeuge, über sowohl langsame als auch dynamische Trainingssequenzen bis hin zur Sonderrechtsfahrt mit Blaulicht und „Martinshorn“ im Blick.

Aufbau eines Fahr-und Sicherheitstrainings

In ihrem ersten Studienabschnitt werden den Studierenden u.a. die Grundlagen des Automatikfahrzeuges sowie Sicherheitsaspekte erläutert. Zum Beispiel das richtige Bremsen und Ausweichen, das frühzeitige Erkennen von Gefahren sind Inhalte erster Trainings auf dem jeweiligen Gelände der Ausbildungsbildungszentren des LAFP NRW in Schloss Holte-Stukenbrock, Selm und Brühl.

Erst gegen Ende des zweiten Studienabschnitts werden die erworbenen Kenntnisse im Streifenwagen und im Straßenverkehr gefestigt. Die Trainingsinhalte werden regelmäßig wiederholt. Die Polizeikommissaranwärter werden während ihres gesamten Fahr- und Sicherheitstrainings durch erfahrene und speziell qualifizierte Lehrende des LAFP NRW begleitet und angeleitet.

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