Vergewaltigung in Oberaden: Angeklagter legt doch noch Geständnis ab

rnLandgericht Dortmund

Im Prozess um die Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Oberaden legt der Angeklagte doch noch ein Geständnis ab. Er entschuldigt sich, will aber keine Rückfragen beantworten.

Lünen

, 04.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juli 2019 soll der 33 Jahre alte Angeklagte an einem Bahndamm in Oberaden eine 15-jährige Schülerin vergewaltigt haben. DNA-Spuren deuteten schon früh auf seine Täterschaft hin. Doch bis zum Mittwoch verweigerte der Mann vor dem Dortmunder Landgericht ein Geständnis. Dann besann er sich doch noch. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, die Tat zuzugeben“, hieß es in einer von Verteidigerin Petra von Irmer verlesenen Erklärung.

„Ich wollte sie kennenlernen“

Danach war der Angeklagte am Tattag sauer, dass seine Freundin nach einem Shoppingbummel noch bei gemeinsamen Bekannten bleiben wollte und er alleine zu Hause war. Er habe sich deshalb zu einem Spaziergang entschlossen und dabei die 15-Jährige gesehen, die in einem Gebüsch hockte, um sich zu erleichtern. „Ich wollte sie sofort kennenlernen, denn ich entwickelte ein erhebliches sexuelles Interesse an ihr“, las die Verteidigerin weiter vor. Weil die Schülerin jedoch nichts von ihm wollte, habe er sehr hart mit der Faust zugeschlagen.

Was dann geschah, lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Die 15-Jährige durchlebte ein Martyrium aus massiven, brutalen Schlägen und sexuellen Demütigungen. Erst zwang der Mann die Schülerin in einen Wald, danach musste sie ihm an den Bahndamm folgen, wo er sie schließlich vergewaltigte. Erst als ein Zug vorbeikam, ließ der Täter von dem Opfer ab.

Ganze Familie tief betroffen

Wie sehr die Tat die ganze Familie der 15-Jährigen getroffen hat, bekam der 33-Jährige im Anschluss an sein Geständnis vorgeführt. Nacheinander sagten der Vater und die Mutter der Schülerin als Zeugen aus - und brachen dabei mehr als nur einmal in Tränen aus. „Sie geht kaum noch raus, verkriecht sich in ihrem Zimmer“, schilderte der Vater. „Sie sitzt viel im Dunklen herum und redet so gut wie nicht über das, was ihr zugestoßen ist.“

Auch die Mutter war während ihrer Zeugenaussage sehr ergriffen. Ihre Tochter verweigere seit dem Übergriff fast das Essen, weil sie durch die schweren Gesichtsverletzungen, die sie durch die Schläge erlitten habe, ihren Geschmackssinn verloren habe. Das Mädchen verdränge das Geschehen. Insgesamt sei die Situation für alle Beteiligten alles andere als leicht.

Angeklagter wirkt völlig teilnahmlos

Der Angeklagte blieb während der Zeugenaussagen völlig ruhig und wirkte beinahe teilnahmslos. Die Zeugen registrierten dies ganz genau. Seine Entschuldigung beantworteten sie so: „Wir nehmen das zur Kenntnis.“ Fragen der übrigen Prozessbeteiligten will der Angeklagte an den nächsten Verhandlungstagen nicht beantworten, teilte er über seine Verteidigerin mit.

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