Vergewaltigung in Oberaden: Geständnis kann Prozess nicht abkürzen

rnTermine bis Juni

Nach langem Zögern hat ein 33-jähriger Mann vor dem Dortmunder Landgericht doch noch die Vergewaltigung einer Schülerin in Oberaden gestanden. Abkürzen kann er den Prozess damit aber nicht.

Lünen

, 30.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Monate nach der brutalen Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin an der Stadtgrenze zu Lünen tritt die Verhandlung vor dem Dortmunder Landgericht auf der Stelle. Zwar hat der 33-jährige Angeklagte die Tat zuletzt doch noch zugegeben und eigentlich alles dafür getan, damit die Richter darauf verzichten können, das Opfer als Zeugin befragen zu müssen. Ein wichtiges Detail fehlte in seinen Angaben jedoch.

Schlug der Täter mit einer Waffe zu?

In der Anklageschrift ist davon die Rede, dass der Sexualtäter das Mädchen nicht nur mit den Fäusten, sondern auch mit dem Knauf einer Schusswaffe geschlagen hat. Wenn das stimmt, muss der Angeklagte mit einer noch härteren Strafe als ohnehin schon rechnen. Wohl auch deshalb kann er sich bislang nicht dazu durchringen, auch diese Einzelheit zuzugeben. Im Gegenteil: Obwohl Verteidiger Axel von Irmer in dem Geständnis verlesen hatte, der Übergriff werde „vollständig eingeräumt“, stellte er auf Nachfrage klar: Auf den Einsatz einer Waffe bezog sich diese Aussage ausdrücklich nicht.

Jetzt drei Wochen Pause

Die Richter werden den Sachverhalt deshalb trotz des Geständnisses vollständig aufarbeiten müssen. Und dabei stoßen sie in den kommenden Wochen immer wieder an terminliche Grenzen. Denn jetzt soll die Verhandlung erst einmal für drei Wochen unterbrochen werden, um der Anregung des Justizministeriums, in der Coronakrise so wenig wie möglich zu verhandeln, nachzukommen. Und danach stehen für fast alle Beteiligten nach und nach Urlaubszeiten an.

Fristen müssen eingehalten werden

Am Montag wurden daher vorsorglich Verhandlungstage bis Mitte Juni terminiert. Ob diese aber auch tatsächlich stattfinden, muss jeweils kurzfristig entschieden werden. Klar ist schon jetzt: Bei einigen dieser Termine werden lediglich kleinere Formalitäten erledigt werden, um die gesetzlichen Fortsetzungsfristen einzuhalten.

Am Montag verlasen die Richter zum Beispiel die Ergebnisse von Handydaten-Auswertungen aus dem Bereich des Tatorts. Danach konnte die Telefonnummer des Angeklagten im Bereich des Bahndamms in Oberaden mindestens fünfmal ermittelt werden.

Handydaten ausgewertet

Ob sich daraus jedoch wirklich wichtige Informationen für den weiteren Prozess ablesen lassen, ist unklar. Denn zum einen hat der 33-Jährige seine Anwesenheit am Tatort ja in seinem Geständnis zugegeben. Und zum anderen befindet sich seine Wohnung auch nur wenige Hundert Meter entfernt. Und damit möglicherweise sogar in derselben Funkzelle.

Ebenfalls ganz in der Nähe befindet sich ein Kiosk, an dem der Angeklagte Stammgast gewesen sein soll. Sein bevorzugtes Getränk: Jägermeister.

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