Vergewaltigungs-Prozess: Weitere Ex-Freundin belastet Angeklagten schwer

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Das war erneut kein guter Tag für den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 15-Jährigen in Oberaden. Eine weitere Ex-Freundin hat den Angeklagten vor dem Dortmunder Landgericht schwer belastet.

Lünen

, 26.10.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Dortmunder Landgericht hat am Montag eine weitere Ex-Freundin des Angeklagten als Zeugin ausgesagt. Die 30-Jährige war extra aus Polen angereist, weil sie den Richtern Wichtiges zu erzählen hatte.

„Er hat mich betrogen, selbst mit unserer Nachbarin“, sagte die Zeugin. Als sie den Angeklagten daraufhin zur Rede gestellt habe, sei dieser aggressiv und gewalttätig geworden. „Es hat Schläge gegeben, auch von mir“, so die Zeugin. Und in einem Fall habe der Mann sie auch vergewaltigt.

Angebliche Vergewaltigung

Die 30-Jährige kann sich angeblich noch ganz genau an diesen Tag erinnern. Wieder einmal habe es Streit wegen der angeblichen Seitensprünge gegeben. „Doch er hat irgendwann nur noch gelacht“, so die Zeugin. Schließlich sei der Angeklagte auf sie zugekommen, habe sie auf einen Tisch geschubst und ihr die Arme auf den Rücken gedreht. „Dann hat er mich vergewaltigt.“

Schlechte Zukunftsprognose

Die Aussage der Zeugin könnte verheerende Auswirkungen auf die Zukunftsprognose des Angeklagten haben. Denn das Gericht geht vor allem der Frage nach, ob neben einer Haftstrafe noch eine zusätzliche Maßregel angeordnet werden muss. Der 36-Jährige läuft also Gefahr, als gefährlicher Hangtäter eingestuft und nach Verbüßung der zu erwartenden Strafe in der Sicherungsverwahrung untergebracht zu werden.

Sicherungsverwahrung droht

Um sich ein möglichst exaktes Bild von der Persönlichkeit des Mannes machen zu können, befragen die Richter also viele Frauen, die zu ihm in der Vergangenheit Kontakt hatten. Und was sie dabei hören, klingt alles andere als positiv. Zuletzt hatte schon eine weitere Polin in einer Videovernehmung erklärt: „Er ist ein böser Mensch.“ In die gleiche Kerbe schlug nun die Zeugin am Montag.

„Beziehung war lächerlich“

„Ich konnte es irgendwann einfach nicht mehr aushalten“, erklärte die 30-Jährige in ihrer Aussage. „Diese Beziehung war irgendwann einfach nur noch lächerlich. Deshalb bin ich auch wieder nach Polen gezogen.“ Sie habe so viel Abstand wie möglich zwischen sich und den heute 36-Jährigen legen wollen.

Gutachten wird erwartet

Nach der Vernehmung der Zeugin wird nun an einem der nächsten Verhandlungstage die Erstattung des psychiatrischen Gutachtens erwartet. Der vom Gericht eingeschaltete Sachverständige soll vor allem zur Frage der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung Stellung nehmen. Anschließend könnten dann die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen werden.

Die Vergewaltigung der 15-jährigen Schülerin hat der Angeklagte nach anfänglichem Schweigen inzwischen gestanden.

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