Verkehrschaos an Busschleife: Stadt will Veränderungen prüfen

rnSchulzentrum Brusenkamp

Die Verkehrssituation am Schulzentrum Brusenkamp sorgt für Ärger in Altlünen. Anwohner beschweren sich und Eltern lassen ihre Kinder nicht allein zur Schule gehen. Die Stadt prüft Maßnahmen.

Nordlünen

, 10.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist viel los in der Rudolph-Nagell-Straße in Altlünen. Wo um 7 Uhr am Morgen noch Ruhe herrschte, sorgen kurz vor Unterrichtsbeginn Autos, Busse und Fahrräder für Chaos am Schulzentrum Brusenkamp. Das ärgert nicht nur die Anwohner.

Kinder dürfen nicht allein zur Schule

Sebastian und Nadja Neus wohnen seit kurzem im angrenzenden Neubaugebiet. „Wir sind vor den Sommerferien hier hingezogen“, verrät die 40-jährige Mutter. Doch mit dem neuen Schuljahr offenbarte sich den Eltern ein Verkehrschaos an der Busschleife des Schulzentrums.

Weil der Schulweg von Tochter Mali zur Grundschule daran vorbeiführt, wird die 6-Jährige von ihren Eltern jeden Morgen begleitet.

„Unsere Tochter ist schon einmal beinahe überfahren worden, weil ein Autofahrer nicht aufgepasst hat“, berichtet Sebastian Neus. „Wir haben schon andere Eltern getroffen, die ihre Kinder auch nicht alleine zur Schule gehen lassen, weil es zu gefährlich ist.“

Morgens kommen sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer gegenseitig in die Quere.

Morgens kommen sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer gegenseitig in die Quere. © Dennis Görlich

Ein Problem sind dabei die Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren und am Straßenrand halten. „Die Fahrzeuge überholen sich hier gegenseitig“, kann Sebastian Neus täglich beobachten. Dann werde es schnell unübersichtlich.

Weil viele Schüler mit dem Rad auf dem Gehweg in Richtung Schule angefahren kommen, sind die Eltern allerdings gezwungen, direkt vor der Busschleife die Straßenseite zu wechseln.

Ordnungsamt bereits im Einsatz

Mit Unterrichtsende wiederholt sich die ganze Problematik häufig, stellte Nadja Neus schnell fest: „Die Eltern warten parkend auf ihre Kinder und viele hupen, um von ihren Kindern gesehen zu werden.“

Das blieb aber offenbar nicht unbemerkt: „Ich habe bereits drei Mitarbeiter vom Ordnungsamt gesehen, die hier im Einsatz waren.“ Sie vermutet, dass die wegen der Verkehrssituation vor Ort waren.

Benedikt Spangardt von der Stadt Lünen kann bestätigen, dass es in der vergangenen Woche mehrere Kontrollen im Umfeld des Schulzentrums Brusenkamp durch das Ordnungsamt gab.

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Stadt will Beschilderung prüfen

„Konkret wurden uns Beschwerden in Bezug auf das Parkverhalten vieler Eltern vor dem Schulgebäude und in der Busschleife zugetragen“, berichtet der Stadtsprecher und verrät: „Wir prüfen die Beschilderung vor Ort und würden diese je nach Ergebnis der Prüfung auch anpassen. Wir werden außerdem weitere Kontrollen durchführen.“

Das hohe Verkehrsaufkommen durch die „Elterntaxis“ sei aus Sicht der Stadt nicht nur ärgerlich für die Anwohner.

Stadt appeliert an Rücksicht

„Wir wissen: An den Schulen – insbesondere an den Grundschulen – kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen“, erklärt der Stadtsprecher.

Häufig würden Eltern in zweiter Reihe parken oder versuchen, bis an die Eingangstür der Schule vorzufahren. „Wir stellen fest, dass bei derartigen Manövern manche Eltern nicht berücksichtigen, dass neben dem eigenen Kind auch noch andere Kinder am Straßenverkehr rund um die Schule teilnehmen“, so Benedikt Spangardt weiter.

„Als Stadt appellieren wir an alle Eltern, vorsichtig zu sein, Rücksicht walten zu lassen und gegebenenfalls auch zu überlegen, ob es Alternativen zum 'Hol- und Bringdienst' gibt“, regt Spangardt an.

Schulleitung will Eltern informieren

Der Realschule Altlünen ist die Verkehrssituation schon länger bekannt. „Das war hier schon immer schwierig“, gesteht Schulleiterin Claudia Fellowes. Da aber viele Schüler mit dem Rad kämen, werde der Autoverkehr üblicherweise nur an Regentagen zum Problem. Dennoch bat die Schulleitung das Ordnungsamt am Mittwoch (9. September) per E-Mail um Kontrollen in der Busschleife.

Die Schule möchte die Eltern zudem noch einmal über die problematische Situation informieren und erhofft sich ein umsichtigeres Verhalten. Damit Mila und die anderen Kinder sicher zur Schule kommen.

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