Verkehrschaos vor Kitas an Kreuzstraße: „Gefährliche Szenen beobachtet“

rnZu wenig Parkplätze

An der Kreuzstraße in Beckinghausen gibt es zwei Kindertagesstätten in unmittelbarer Nachbarschaft. Wenn die rund 150 Kinder gebracht und geholt werden, ist Chaos. Und dazwischen sind Lkw.

Beckinghausen

, 01.11.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein hausgemachtes Problem, über das alle beteiligten Erwachsenen im Bereich der Awo Kita Wunderfitz und dem Freien Sterntaler Kindergarten in Lünen-Beckinghausen klagen: Wenn die Kinder morgens gebracht und (nach-)mittags abgeholt werden, herrscht zu den Stoßzeiten ein absolutes Verkehrschaos.

Es gibt zu wenig Parkplätze vor den Kitas - und in der 30er Zone kaum andere Möglichkeiten. Ein längerer Fußweg ist vielen Eltern und auch den Erziehern, die zur Arbeit wollen, zu mühselig. Zu Unfällen mit Blechschäden ist es schon gekommen, dass noch kein Kind zu Schaden kam, grenzt an ein Wunder. „Ich habe selbst schon mehrere ganz gefährliche Situationen beobachtet“, sagt Sara Köhler, Leiterin des Freien Sterntaler Kindergartens. „Denn die Kinder sind ja genau auf Höhe der Autos. Wenn dort jemand rückwärts fährt, sieht er sie nicht unbedingt.“

Gespräch mit der Stadt gesucht

Weil zunächst die Freie Kita an der Kreuzstraße existierte und die Awo-Kita erst später kam und dann auch noch expandierte, drohten schnell Konflikte zwischen den Elternschaften. „Wir haben gemerkt, die Eltern schimpfen übereinander, aber wir sitzen doch alle an einem Tisch, wir kommen alle nicht gut mit der Situation klar - und müssen jetzt alle an einem Strang ziehen“, erinnert sich Sara Köhler an die Anfänge. Inzwischen haben sich die Elternräte der Einrichtungen zusammengeschlossen, und Gespräche mit der Stadt Lünen gesucht. Beim Tiefbauamt und Ordnungsamt habe man sich gemeldet, aber man sei nicht weit gekommen.

Loreen Eiffler, eine Mutter, hat daraufhin einen offenen Brief verfasst, der mit vielen Unterschriften versehen an die Stadt Lünen geschickt wurde, aber auch an die Presse. Darin gibt es eine sachliche Schilderung der Situation und einen dringenden Appell: „Wir Eltern verzweifeln gerade sehr an dieser Situation und bitten Sie darum, uns zu helfen. [...] Wir freuen uns, von Ihnen zu hören und auf einen gemeinsamen Austausch, um an der momentanen Situation etwas zu ändern.“

„Stress für die Fahrer“

Das würde auch die benachbarte Firma Gebr. Möller dringend begrüßen, die mit ihren Lastwagen auch regelmäßig an den Kindergärten vorbeifahren muss. „Das ist Stress für die Fahrer“, weiß Moritz Möller. „Gerade mittags ist da richtig Chaos und es ist schwierig, mit den Lkw da durch zu kommen.“ Störend ist für den Betrieb auch, dass viele Eltern den Hof der Firma oder die Einfahrt zum Wenden benutzen. Selbst Abhilfe schaffen kann die Firma aber nicht. „Wir leben hier in guter Nachbarschaft und unterstützen die Kindergärten, wo wir können“, sagt Inhaber Willi Möller, doch mit Flächen kann man nicht aushelfen. „Wir sind vertraglich gebunden, bis Ende 2026 nichts an unserem Grundstück zu verändern.“

Doch im Bereich des alten Sportplatzes, da sehen sowohl Möller als auch die Kindergärten eine Möglichkeit.

Denn dass etwas passieren muss, liegt klar auf der Hand. Rund 20 zur Verfügung stehende Parkplätze für die Eltern von rund 150 Kindern, die eine der beiden Einrichtungen besuchen, sowie die Mitarbeiter sind zu wenig. „Dabei“, so kann sich Sara Köhler erinnern, habe es beim Einzug der Awo-Kita geheißen, dass man dort eine komfortable Parkplatzsituation habe.

Bei der Stadt war der Brief der Eltern nach Auskunft von Sprecher Benedikt Spangardt nicht bekannt. Bis Dienstag (3. November) hat unsere Redaktion keine anderslautenden Informationen erhalten.

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