Vermisster hatte Entführung vorgetäuscht

Anatoli M. meldete sich

Der junge Mann aus Lünen, der seit 13. August als vermisst galt, ist wieder da. Anatoli M. meldete sich bei der Polizei, erzählte erst eine Geschichte von Waffengewalt und Entführung und gab schließlich zu, dass er sein Verschwinden bewusst vorgetäuscht hat.

LÜNEN

22.08.2012, 10:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der vermeintlich Vermisste wurde zwei Tage mit einem großen Polizeiaufgebot im Cappenberger Wald gesucht.

Der vermeintlich Vermisste wurde zwei Tage mit einem großen Polizeiaufgebot im Cappenberger Wald gesucht.

Der junge Mann war am 16. und 17. August mit einem Großaufgebot der Polizei und einer Vielzahl freiwilliger Helfer im Cappenberger Wald gesucht worden. Am Dienstagabend (21. August) erschien er auf der Polizeiwache Lünen und behauptete zunächst, von mehreren unbekannten Tätern unter Waffengewalt in ein Fahrzeug gezogen worden zu sein.

Anschließend sei er tagelang in einem Schuppen festgehalten und immer wieder betäubt worden, bis er sich schließlich habe befreien können. Schließlich gab er jedoch im Rahmen der Vernehmung zu, sein Verschwinden bewusst vorgetäuscht zu haben. Als Grund benannte er familiäre Probleme.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Ferner wird geprüft, ihm die Kosten für den Gesamteinsatz aufzuerlegen. Hierbei dürfte eine nicht geringe fünfstellige Summe auf den Vermissten zukommen. Es sind Kosten für den Hubschraubereinsatz, knapp 300 Polizeibeamte und freiwillige Helfer verschiedener Verbände entstanden. Diese Kosten, so die Polizei, können "bei bewusst vorgetäuschten Gefahrenlagen dem Verursacher grundsätzlich in Rechnung gestellt werden". Die Polizei bedankt sich nochmals ausdrücklich für die Hilfe sämtlicher Beteiligter bei der Suche nach dem "Vermissten".

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