Verstärkung für die Leoschule: Pudeldame Hilde hat ihren Dienst angetreten

rnLensing-Media-Hilfswerk

Ein Pädagoge auf vier Pfoten? Die Leoschule hat dieses Experiment mit Hilfe des Lensing-Media-Hilfswerks gewagt. Mit großem Erfolg sagen Schulleiter, Kinder und Mitarbeiter.

von Antonia Gutzmann

Lünen

, 06.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betritt man den Raum der Gruppe von Christine Altrock in der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Leoschule, fallen als erstes die Plakate an der Wand auf. Auf einem steht: „Regeln für den Umgang mit Hilde“, an einer anderen Wand hängen viele Bilder mit einem schwarzen Hund darauf, immer in Begleitung von Kindern. Direkt daneben hängen lauter „Hundeführerscheine“.

Pudeldame Hilde ist inzwischen 10 Monate alt und hat bereits einen Job. Die Hündin soll dabei helfen, dass Kinder in belasteten Familiensituationen Stress abbauen können, indem sie sich streicheln lässt oder als Spielkamerad fungiert. „Erst habe ich sie nur mitgenommen, um die Räumlichkeiten kennen zu lernen, wenn keiner hier war.“

Ein Hund für Allergiker

Erzählt Christine Altrock, die Besitzerin der Hündin, mit der sie eine Ausbildung durchlaufen hat, damit die Hündin mit in die Schule darf. „Mit dem Bildungsscheck von Lensing Media hatten wir die Möglichkeit, Frau Altrock ihren Wunsch zu erfüllen und die Ausbildung des Hundes zu gewährleisten“, erklärt Margret Banken, die Bereichsleiterin der Caritas Lünen, Selm, Werne.

„Seit drei Wochen kommt sie täglich mit, erst nur für eine Stunde, jetzt schon für bis zu drei Stunden oder sogar länger.“ Lediglich die Regelung mit der Versicherung sei Anfangs etwas problematisch gewesen.

Die Frage, ob eine Hündin der Gruppe nicht zu gefährlich wäre, sei von den Eltern nicht gestellt worden, sagt Schulleiter Matthias Flechtner: „Von der Elternpflegschaft kam lediglich die Frage, ob es nicht ein Problem für Kinder wäre, die allergisch auf Hunde reagieren.“

Doch die Rassenauswahl des Hundes hatte gute Gründe. „Denn der Königspudel hat nicht nur sehr vorsichtige und zurückhaltende Wesenszüge, sondern ist aufgrund der Haarstruktur besonders für Allergiker geeignet“, so Christine Altrock.

Hilde leistet gute Arbeit

Bereits nach dieser kurzen Zeit ist klar, dass Hildes Anwesenheit sich tatsächlich positiv auf die Gruppe auswirkt. „Meine Gruppe ist mit Hilde viel ruhiger geworden. Viele Kinder, die vorher gesagt haben, sie hätten Angst vor Hunden haben ihre Meinung zumindest bei Hilde geändert“, berichtet Altrock.

Auch hätten die Kinder durch den Hund neue Beschäftigungsmöglichkeiten. So haben sie die Möglichkeit, einen Hundeführerschein zu absolvieren. „Darauf sind die Kinder sehr stolz.“ sagt Altrock.

Für den Führerschein müssen die Kinder verschiedene Fragen zum richtigen Verhalten gegenüber Hunden beantworten. Die Informationen stammen aus em Heft „12 Regeln für den Umgang mit Hunden“, von dem jedes Kind ein Exemplar erhalten hat, lange bevor Hilde das erste mal in der OGS war.

Die erste Regel lautet: Störe niemals einen Hund beim Fressen. Versuche nicht, ihm sein Futter wegzunehmen. Jede dieser Regeln ist Altrock vor dem ersten Hundebesuch mit den Kindern durchgegangen, um einen sicheren Umgang ermöglichen.

Hilde darf auch einfach Hund sein

Außerdem gibt es eine Liste, auf der die Kinder sich für einen Spaziergang mit Hilde und ihrem Frauchen eintragen können. Zu diesem Zweck hat der Hund zwei Leinen, so dass er von Altrock selbst, aber auch einem Kind geführt werden kann.

Auch die Kinder aus der Gruppe sehen Vorteile in dem neuen Mitglied. „Ich hab mich sehr auf den Hund gefreut“, sagt Melina. Und auch Lucy mag die Hündin. „Ich mag es, wie vorsichtig Hilde zu uns ist. Sie war am Anfang manchmal ängstlich, da mussten wir dann geduldig sein.“

Hilde darf neben ihrer pädagogischen Funktion aber auch einfach Hund sein. Wenn sie genug von dem Trubel hat, legt sie sich unter einen der Tische in die für sie vorgesehene Ecke.

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