Verurteilt: 78-Jähriger küsste Mädchen (11)

Vorfall in Brambauer

Im Januar hatte ein 78-jähriger Dortmunder in Lünen-Brambauer ein autistisches, 11-jähriges Mädchen geküsst. Deshalb musste sich der Rentner nun vor dem Lüner Amtsgericht verantworten. Eine Erklärung für sein Verhalten konnte der Mann dort nicht liefern. Er habe schlichtweg einen "Black-out" gehabt. Es gab eine Verurteilung.

BRAMBAUER

28.06.2017, 11:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verurteilt: 78-Jähriger küsste Mädchen (11)

Das Amtsgericht in Lünen

Weil er ein elfjähriges Mädchen ansprach und sie zwei Mal küsste, musste sich ein 78-jähriger Rentner vor dem Amtsgericht verantworten. Der Dortmunder wurde wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und zu einer Schmerzensgeldzahlung von 1000 Euro an das Opfer verurteilt. Am 4. Januar 2017 hatte er das Mädchen vor dem Tedi in Brambauer angesprochen. Im Laden fragte er die Elfjährige, ob sie schon einen Freund hätte. Er küsste sie auf den Mund. Als sie weggehen wollte, hielt er sie am Arm fest, zog sie an sich und küsste sie erneut, mit der Zunge berührte er ihre Lippen. Eine aufmerksame Kundin beobachtete den Vorfall und alarmierte die Polizei.

78-Jähriger gesteht seine Tat

Der Rentner aus Dortmund gestand die Tat vor Gericht, eine genaue Erklärung für sein Verhalten hatte er nicht. „Black-out“, Kurzschluss gibt er an. Es sei halt so passiert, sagte er. Womöglich war der Tod seiner Frau nach 51 Ehejahren im letzten August ein Grund.

„Warum?“, fragte ihn Richter Jan Knappmann und hielt dem Angeklagten vor, selbst eine Enkeltochter in dem Alter zu haben. „Was soll ich sagen?“, so der 78-Jährige. Sich bei der Familie zu entschuldigen, habe er sich nicht getraut.

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Problematisch ist, dass das Mädchen Autistin ist, eine ganz andere Wahrnehmung hat als andere Menschen. Die Mutter berichtet von Ängsten vor Männern und Schlafstörungen. Durch das Geständnis des Angeklagten blieb dem Mädchen wenigstens eine Aussage vor Gericht erspart.

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