Viel Geld, zu wenig Personal: Digitalpakt bringt Lünen an seine Grenzen

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W-Lan, Richtfunk, Touchboards und Tablets: Lünens Schulen sind digital aufgerüstet worden. Und es gibt noch mehr Geld von Bund und Land. Genau das könnte aber für Personalprobleme sorgen.

Lünen

, 10.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich gibt es gute Nachrichten für den digitalen Ausbau der Schulen: Rund 1,5 Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ sind in den digitalen Ausbau der Lüner Schulen geflossen, wie die Verwaltung im jüngsten Bildungsausschuss berichtete.

Geld, mit dem Richtfunkantennen, WLAN, Netzwerktechnik, Sicherheit und Medientechnik in Form von Tablets und Touchboards in und auf die Schulgebäude gebracht werden konnten beziehungsweise noch in den kommenden Monaten gebracht werden sollen.

Größerer Personalbedarf bei der IT

Soweit sei man im Zeit- und Kostenplan. Ohne Kritik kam die Stadt aber nicht weg. Geld für die Anschaffung sei das eine, aber kann die Technik auch gewartet werden? Das wollte Ute Brettner (Grüne) wissen.

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Vor einigen Jahren noch seien die drei Mitarbeiter und zwei Auszubildenden der IT-Abteilung eine ausreichende Besetzung gewesen, lautet die Antwort von Schulverwaltungsleiter Jürgen Grundmann.

Mittlerweile gebe es einen Mehrbedarf, das habe die Verwaltung erkannt. Genaue Zahlen dazu, wie sich dieser dann zukünftig in Personalstellen ausdrücken könnte, konnte er nicht nennen.

Wie sieht die Situation im Detail aus? Wir blicken auf die Schwerpunkte.

W-Lan, Richtfunk, Firewalls

Die für schnelles Internet wichtigen Richtfunkantennen auf den Schuldächern sind in 16 von 24 Schulen installiert. Die fehlenden 8 sollen bis März am Netz sein. Das berichtetet Alexander Braesemann, Leiter der städtischen IT-Abteilung, im Bildungsausschuss. Kostenpunkt: rund 500.000 Euro.

Notwendig sind diese Antennen, weil der Ausbau des Breitbandnetzes durch die Privatwirtschaft die Schulen meist nicht erreicht.

Etwas besser noch sieht es bei der drahtlosen Netzwerkversorgung (W-Lan) in den Schulgebäuden aus. In 20 von 24 Schulen ist die Technik laut Braesemann einsatzbereit. 3 weitere Schulen sollen noch im Dezember durchstarten können.

Etwas länger warten muss man noch an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Hier soll das W-Lan im Januar fertig ausgebaut sein. Die Ausleuchtung, damit ist die flächendeckende drahtlose Signalversorgung gemeint, eines bestimmten Gebäudes gestalte sich hier technisch etwas schwieriger. Rund 200.000 Euro kostet die W-Lan-Versorgung an allen Schulen zusammen.

Für rund 300.00 Euro sind Firewalls und Netzwerke überarbeitet und erneuert worden.

540 neue Tablet-Computer

Noch kommen soll die neue Medientechnik. Gemeint sind hier Tablets und Touchboards für Schüler und Lehrer. 540 der flachen Computer sollen zusätzlich angeschafft werden, die Auslieferung an die Schulen soll laut Braesemann im Februar und März kommenden Jahres erfolgen.

Hinzu kommen sollen noch 40 sogenannte Touchboards. Das sind interaktive Tafeln. Kostenpunkt hier: weitere rund 500.000 Euro.

Ursprünglich sollten sogenannte Whiteboards angeschafft werden. Die funktionieren ähnlich. Das System ist mittlerweile aber schon wieder veraltet und fast vom Markt verschwunden, wie Braesemann erklärt.

Kampf gegen die Zeit

Aprospros alte Technik: Spätestens drei Jahren sei die Technik wieder überholt. „Wir rennen der Zeit hinterher“, warf Reinhold Bauhus, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, ein. Das sei schon richtig, so die Antwort von Grundmann. Allerdings habe die Stadt zunächst die Infrastruktur in Ordnung bringen wollen.

Am Geld für neue Technik wird es, Digitalpakt sei Dank, Lünen nicht mangeln. 4,2 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Ländern warten darauf, ausgegeben zu werden.

Allerdings wird die Stadt gut überlegen müssen, wie sie mit dieser Summe umgeht. Denn was Matthias Flechtner, Schulleiter der Leoschule, noch vorsichtig formulierte: „Die IT könnte mit dem Digitalpakt personell überlastet sein“, bestätigte Grundmann mit „Stimmt“.

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