Viel Kritik im Netz zum geplanten verkaufsoffenen Sonntag in Lünen

rnStadt und City Ring

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind eindeutig - virtuelles Kopfschütteln, weil es n Lünen am 29.11. einen verkaufsoffenen Sonntag geben soll. Trotz steigender Infektionszahlen.

Lünen

, 15.11.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manch ein Lüner glaubte erst an einen Aprilscherz - und das am 11. November. Es soll am 29.11. einen verkaufsoffenen Sonntag in der Lüner Fußgängerzone geben, am 1. Advent. Trotz immer noch steigender Infektionszahlen, von denen Lünen betroffen ist. Möglich macht das eine Änderung in der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW.

Die Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook sind eindeutig. Sie reichen von „unnötig“ über „man kommt sich doch echt langsam veräppelt vor“ bis „das ist ja wohl ein Witz, da hat man keine Worte“.

Nicht nur ein Facebook-User empfiehlt, doch lieber zuhause zu bleiben. Denn immer wieder würde auch von der Lüner Stadtspitze appelliert, man solle Kontakte meiden und zuhause bleiben. In einem Kommentar dazu heißt es „So viel zum Thema -Bleibt daheim. Wird alles immer unglaubwürdiger! Hoffentlich bleiben die Käufer zuhause und schonen ihre Gesundheit und Geldbeutel!“

Ein anderer User schreibt: „Gastronomie geschlossen und der Einzelhandel darf an einem Sonntag öffnen, das bei einem soften Lockdown. Leute halten sich nicht an die Maskenpflicht.“

Ähnlich sieht es ein weiterer User: „Das erklärt mal einem Restaurant- oder Café-Besitzer, die unter größten Auflagen und Bemühungen schließen mussten, hier stinkt es bis zum Himmel!“

Kritik an der Entscheidung übt auch dieser Facebook-User: „Wir werden isoliert, dürfen unsere Freunde nicht sehen, geschweige denn umarmen, wir sollen zu Hause bleiben, aber mit 1000en fremden Menschen in der City shoppen, das geht?“

„Von Durchführbarkeit überzeugt“

Dazu sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt: „Die Stadt Lünen und der City Ring haben sich im Vorfeld zu den Möglichkeiten eines verkaufsoffenen Sonntags ausgetauscht und stehen auch weiterhin in engem Kontakt. Sie sind von der Durchführbarkeit des verkaufsoffenen Sonntags überzeugt. Dazu ist vor allem auch festzuhalten, dass nach der Coronaschutzverordnung sogar fünf verkaufsoffene Sonntage erlaubt wären, der City Ring aber nur einen davon nutzen will und wird.“

Jetzt lesen

Die Stadtverwaltung könne das Argument der NRW-Landesregierung, dass durch verkaufsoffene Sonntage die Weihnachtseinkäufe entzerrt werden könnten, nachvollziehen. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagt: „Ich glaube, es ist sinnvoll, den Lünern eine zusätzliche Möglichkeit für Einkäufe zu bieten. Wir haben in diesem Jahr eine besondere Situation in der Lüner Innenstadt. Weil es keinen Weihnachtsmarkt geben wird, wird es tendenziell weniger Besucher geben.“ Dafür aber mehr Platz.

Beim Einkauf Abstand zu halten und Rücksicht aufeinander zu nehmen, halte er für machbar. Letztlich müsse natürlich jeder selbst entscheiden, ob man diese Einkaufsmöglichkeit nutzen wolle.

Hygienestandards umgesetzt

Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City Rings, meint dazu: „Wir als Geschäftsleute zeigen Verantwortung. Die vorgegebenen Hygienestandards werden von den Lüner Kaufleuten täglich vorbildlich umgesetzt und sorgen so für ein sicheres Einkaufserlebnis.“ Außerdem werde es in diesem Jahr kein Rahmenprogramm geben: „Gleichwohl haben wir die Kritik in den sozialen Medien wahrgenommen. Der Teil-Lockdown ist sicher für die davon Betroffenen ein finanzielles und teilweise auch soziales Desaster. Repräsentative Studien zeigen, dass das Infektionsrisiko in diesen betroffenen Bereichen deutlich höher ist als beim Einkauf. Das Argument, dass Einzelne schließen müssen, kann aber nicht dazu führen, dass die nicht betroffenen Branchen, die auch in dieser schwierigen Zeit mit massiven Einbußen zu kämpfen haben, diese zusätzliche Möglichkeit nicht nutzen sollen.“

Die Händler hätten mit der aktuellen Lage zu kämpfen, sie bräuchten dringend zusätzliche Impulse. Mit dem verkaufsoffenen Sonntag gebe es jetzt eine zusätzliche Möglichkeit, die heimische Wirtschaft konkret zu unterstützen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt