Viel zu entdecken auf den Streuobstwiesen in Lünen

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Ein Stück Natur mit viel Obst, Schafen und Hühnern: Die Streuobstwiese in Brambauer am Hasenweg ist eine von zehn bis elf im Lüner Stadtgebiet. Der Lüner Arbeitskreis Umwelt und Heimat bewirtschaftet die Wiesen. Ein Rundgang beweist - hier gibt es viel zu entdecken.

LÜNEN

, 02.08.2017 / Lesedauer: 3 min

„Das ist ein ganz altes Kulturgut. Früher sagte man Baumwiesen oder Baumgärten – heute sagt jeder Streuobstwiesen.“ Während Klaus Papius das erzählt, steht er im leichten Nieselregen unter einem Apfelbaum. „Die Groninger Krone trägt dieses Jahr richtig gut“, sagt er stolz.

Die Groninger Krone ist nur einer von vielen Obstbäumen, die auf den Streuobstwiesen des Arbeitskreises (AK) Umwelt und Heimat stehen. Zehn oder elf Wiesen sind es insgesamt; in Brambauer, Lippholthausen und Niederaden, die von den AK-Mitgliedern bewirtschaftet werden.

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So sieht eine Streuobstwiese in Brambauer aus

Der Lüner Arbeitskreis Umwelt und Heimat bewirtschaftet insgesamt zehn Streuobstwiesen im Lüner Stadtgebiet. Wir waren mit der Kamera zu Besuch und haben Fotos gemacht.
01.08.2017
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Klaus Papius unter einem Apfelbaum der Sorte "Groninger Krone" auf dem Gelände am Hasenweg© Foto: Martina Niehaus
Wiesen zum Weiden, mit Blumen, die Insekten anziehen - das sind Streuobstwiesen.© Foto: Martina Niehaus
Idylle in Grün: KLaus Papius in seinem Reich.© Foto: Martina Niehaus
Ohne Dünger und Chemie wachsen die Äpfel auf den Brambauer Wiesen.© Foto: Martina Niehaus
"Komm, komm!" Wenn Papius ruft, kommen die Bentheimer Landschafe angaloppiert.© Foto: Martina Niehaus
Im Schatten der Bäume fühlen sich auch die Schafe wohl.© Foto: Martina Niehaus
"Geh zur Seite, Berta!" Klaus Heigis betritt den Hühnerstall am Hasenweg.© Foto: Martina Niehaus
Der Hahn im Korb sorgt für Nachwuchs.© Foto: Martina Niehaus
Diese Glucke passt gut auf den drei Tage alten Nachwuchs auf.© Foto: Martina Niehaus
"Das Schild muss mal erneuert werden", sagen Klaus Papius (l.) und Klaus Heigis. Hauptsache die Bäume wachsen gut!© Foto: Martina Niehaus
Eine Liste informiert über die Apfelsorten auf der Wiese.© Foto: Martina Niehaus
Im Mühlenbachtal sind auch die Bienen zu Hause.© Foto: Martina Niehaus
Bienen auf der Streuobstwiese im Siepen.© Foto: Martina Niehaus
Klaus Papius zeigt stolz einen Horneberger Pfannkuchen-Apfelbaum: "Die leckersten Äpfel für Pfannekuchen!"© Foto: Martina Niehaus
In dem alten VW transportiert der AK Umwelt und Heimat unter anderem das gemähte Heu der Streuobstwiesen. Darüber freuen sich auch Kersebohms Pfede.© Foto: Martina Niehaus
Hmmm, lecker: Klaus Heigis beißt in eine Pflaume. "Sind schon süß", sagt er.© Foto: Martina Niehaus
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Allein der Biogarten am Hasenweg in Brambauer ist 14.000 Quadratmeter groß. Tritt man durch die rostige Pforte, scheint sich die Zeit rückwärts zu drehen. Kniehohes Gras, eine schmiedeeiserne Bank unter knorrigen Bäumen, gackernde Hühner. „Vor allem Kinder kommen gerne hierher“, sagt der 72-Jährige.

An der Schafweide hört der Regen glücklicherweise wieder auf. Papius muss nur „Kommkomm“ rufen – schon preschen schwarzgesichtige Schafe auf ihn zu. Zur Belohnung gibt es trockenes Brot für die hauptberuflich als Rasenmäher angestellten Tiere.

Mehrmals im Jahr müssen die Streuobstwiesen gemäht werden

Doch die Schafe schaffen nicht alles allein – mehrmals im Jahr müssen die Wiesen gemäht werden. Zu solchen Arbeitseinsätzen kommen dann mehrere Helfer der Mitglieder – insgesamt hat der AK 220 von ihnen.

Auf dem schmalen Pfad knipst Papius im Vorbeigehen einige Brennesseln mit der bloßen Hand ab. „Ich merk das gar nicht mehr“, sagt er und lacht. Letztens, beim Mähen am Waldrand, da habe er sich durch ganze Brennessel-Büsche gearbeitet. „Da hat man dann den ganzen Abend was von.“ Und wenn man bei der Arbeit auf der Wiese auf ein Erdwespennest tritt? „Dann heißt es: Schnell Reißaus nehmen!“

Neben Papius ist an diesem verhangenen Dienstag auch Klaus Heigis mit dabei. Auch er ist stolz auf die vielen Streuobstwiesen und immer tatkräftig dabei, wenn Hilfe gebraucht wird. „Diese Bäume müssen Hochstammbäume sein, die mindestens 1,80 Meter hoch sind“, erklärt er ein wichtiges Merkmal von Streuobstwiesen.

Die Obstsorten tragen Namen, die man aus dem Supermarkt nicht kennt. Ananasrenette, Dülmener Rosenapfel, Freudenberger Nützerling oder Winterrambur. Mit ihrem kleinen blauen VW, in dem sie auch den Heuschnitt transportieren, klappern Papius und Heigis die Gärten im Mühlenbachtal ab. Dort freuen sich auch die Pferde der Reitanlage Kersebohm über das frisch geschnittene Heu.

Bienenstöcke stehen im hohen Gras

Auf einer erst 2005 angelegten Wiese Im Siepen informiert ein Schild über die Apfelsorten, die dort wachsen. Die Bäume sind schon riesig geworden, manche müssen gestützt werden – obwohl hier nicht gedüngt wird. In einer langen Reihe stehen Bienenstöcke im hohen Gras. „Ja, Honig kann man bei uns auch kaufen“, sagt Papius. „Und natürlich Apfelsaft.“

Der Arbeitskreis im Internet
Mehr Infos, auch über das Apfelfest im Herbst, gibt es auf der Website des Arbeitskreises unter 

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