Viktoriastraße: Neuer Mittelstreifen wird gezogen

Nach Abriss der Betonmauer

Der Betonmittelstreifen auf der Lüner Viktoriastraße sollte das Problem der unerlaubten Linksabbiegens lösen, doch er brachte ein neues mit sich: Nicht genug Platz für Krankenwagen. Die Mauer musste weichen. Und prompt wird wieder links abgebogen. Jetzt soll es eine neue Lösung geben.

LÜNEN

, 25.05.2016, 05:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viktoriastraße: Neuer Mittelstreifen wird gezogen

Die Baken würden das Linksabbiegen nicht verhindern, sagt ein Leser. Viele Fahrer würden weiterhin unerlaubt abbiegen - zum Beispiel in Richtung Rewe, der neben dem Kreishaus Lünen liegt.

Nach dem Abriss des Mittelstreifens auf der Viktoriastraße kehrt das Problem zurück, wegen dem die Betonmauer überhaupt erst gebaut worden war: das unerlaubte Linksabbiegen. Wie ein Leser berichtete, würden zahlreiche Autofahrer trotz der Leitbaken auf den Rewe-Parkplatz fahren.

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL) den Abriss des Betonmittelstreifens auf der Viktoriastraße am 15. April mit „Gefahr im Verzug“ begründet und die Betonmauer abreißen lassen. Seitdem stehen dort in Abständen Leitbaken aufgebaut.

Baken lösen nicht das Problem

„Laut der Abteilung Verkehrslenkung ist das Linksabbiegen von der Viktoriastraße auf den Rewe Parkplatz weiterhin nicht erlaubt“, erklärte die Stadt am Dienstag auf Nachfrage. Deswegen sei die Stelle mit den Baken abgesperrt. Diese würden die Situation aber nicht lösen, sagt der Leser. „Die Autofahrer biegen trotzdem wieder links ab“, erklärte er.

Zusätzlich würde das Schild „Kreishaus Lünen“ die Fahrer ermutigen, dort links zum Gebäude abzubiegen, sagt er. Ein Schild, das das Abbiegen dort verbietet, wurde nicht aufgestellt, außerdem fehlt seit dem Abriss ein durchgezogener Mittelstreifen.

Dieser soll jedoch am Mittwoch (25. April) provisorisch gezogen werden, gleichzeitig sollen die Baken entfernt werden, teilte die Stadt am Dienstag mit. Von 9 bis 13 Uhr wird dadurch die Fahrbahn im Bereich Kreishaus/Kindergarten halbseitig gesperrt.

Kosten unklar

Auslöser für den Abriss im April war ein Rettungswagen (RTW), der am 20. Juli 2015 auf der Viktoriastraße festgesteckt hatte, da die Autofahrer durch die Mauer nicht ausweichen konnten. Die Stellungnahme der Feuerwehr über diesen Vorfall sei auf Anforderung des Bürgermeisters am 29. März 2016 eingegangen, wie er in einer Stellungnahme erklärte.

Zuvor sei am 24. März ein Antrag der GFL-Fraktion „zur Verkehrssituation auf der Viktoriastraße“ bei der Verwaltung eingegangen.

Keine Missachtung des Ausschusses

Eine Missachtung des Ausschusses (für Sicherheit und Ordnung) sei bei der Entscheidung des Abrisses nicht gegeben gewesen, da es für den Bürgermeister keinen Ermessensspielraum gibt, wenn Gefahr im Verzug ist, heißt es dort weiter. Der Ausschuss hatte sich in seiner vergangenen Sitzung gegen die Entfernung des Streifens ausgesprochen.

Wie Kleine-Frauns bereits vor den Abrissarbeiten mitteilte, könnten in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung Alternativen besprochen werden.

Ersatzlösungen werden erarbeitet

Dies bestätigte auch die Stadt: „Vorschläge zu Ersatzlösungen für den Betonmittelstreifen (...) werden derzeit (...) erarbeitet und sollten voraussichtlich im Ausschuss am 22. Juni 2016 vorgestellt werden.“ Dann müsse die Politik entscheiden, welche Lösung sie präferiere.

Wie hoch die gesamten Kosten, also die des Baus des Betonmittelstreifens und des Abrisses der Mauer sind, sagte die Stadt nicht. „Die Kostenaufstellung erfolgt nach Abschluss aller Arbeiten“, heißt es in der Antwort. Die Maßnahme sei erst beendet, wenn eine Ersatzlösung von der Politik beschlossen worden ist.  

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