Vom Quintett zum Sextett

LÜNEN Das Terrence Ngassa-Quintett erhielt beim Konzert im Jazz-Club Unterstützung von Tenorsaxophonist Francois Deribeuapierre und spielte so als Sextett auf.

von Von Dieter Hirsch

, 05.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Vom Quintett zum Sextett

Trompeter Terrence Ngassa sorgte für afrikanische Momente im Jazzclub.

„Ich habe ihm gesagt, komm einfach mit und spiel mit uns im Jazzclub Lünen“. Das ließ sich Deribeuapierre nicht zweimal sagen und schon wurde aus dem Terrence Ngassa Quintett ein Sextett. Das Zitat von Ngassa macht deutlich, dass es den Musikern um den Trompeter aus Kamerun in erster Linie um den Spaß an ihrer Musik geht. Und genau das brachten die international besetzte Band beim Take-Five-Konzert am Freitag im Club im Stadthotel auch rüber.

Spaß und Virtuosität

Laia Genc (Piano, Deutschland), Francois Deribeuapierre (Tenorsax, Schweiz), Maxim Begun (Altsax, Ukraine), Daniel Speer (Bass, Deutschland), Mirek Pyschny (Drums, Polen) und Terrence Ngassa (Trompete, Kamerun) lehrten die rund 100 Zuhörer, dass Spaß und Virtuosität keine Gegensätze sind. Sie lehrten die Fans, dass es nicht immer ein 4/4tel-Takt sein muss, um sich einzuschwingen und mitzuwippen.

Abgang erst nach drei Zugaben 

Die Zuschauer ließen sich drauf ein und die Band erst nach drei Zugaben von der Bühne. „Drei Zugaben haben wir auch noch nicht gespielt“, freute sich Terrence Ngassa über die Reaktion auf seinen Afro-Ethno-Jazz-Funk. Ist der Hansesaal voll, wie am Mittwoch bei Klaus Doldinger und Passport, springt der Funke über. Die Hellweg Allstars und Silvia Droste hatten da am Samstag mehr zu kämpfen. Was nicht daran lag, dass sie schlecht gespielt hätten. Ganz im Gegenteil. Technisch auf hohem Niveau spielten sie Titel von Duke Ellington, die Pianist Berthold Matschat mit Pfiff und mancher Überraschung für das Oktettt arrangiert hatte.

Balladen brauchen Nähe

Diese Musik, vor allem die Balladen, braucht Nähe, braucht eine gewisse Intimität zwischen Musikern und Publikum, um die Intensität der Musik zu spüren. Und diese Nähe ist im Hansesaal nur sehr schwer herzustellen. Dies gelingt am ehesten, wenn man ganz vorne direkt am Bühnenrand sitzt und so zusagen „das Weiße im Auge der Musiker“ sehen kann. Nähe und Distanz sind zwei Begriff, die der ABC Bigband um Uli Bär fremd sind. „Mittendrin statt nur davor“ ist ihr Motto und so binden sie das Publikum, allen voran Kinder und Jugendliche, ein und nehmen sie mit auf eine ebenso spannende wie lustige Reise durch den Jazz und seine Instrumente. 

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