Vorbeugen mit der Schlaganfall-App: Warum ein Lüner Chefarzt ins Fernsehen kam

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Schauspielerin Sabine Postel hat es bei ihrem Vater erlebt: Ein Schlaganfall trifft die ganze Familie. Sie wirbt für eine App, die das Risiko anzeigt. Ein Lüner Chefarzt berät sie fachlich.

Lünen

, 01.10.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seinen ersten Fernsehauftritt verdankt ein Lüner Chefarzt der Schauspielerin Sabine Postel. Die ehemalige Tatort-Kommissarin ist Botschafterin einer Schlaganfall-App. Weil es ihren Vater traf, engagiert sich Sabine Postel in der Prävention.

Am Freitag (27.9.) war sie Gast in der WDR-Sendung „Kölner Treff“. Direkt hinter ihr saß Prof. Dr. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie am Katholischen Klinikum Lünen/Werne. Er ist zugleich Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Telemonitoring der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und berät die Schauspielerin immer dann, wenn medizinisches Fachwissen gefragt ist.

App zeigt Herzrhythmus an

Diesmal auch im Fernsehen. Die App ist gedacht für Menschen ab 65. Wer unter Bluthochdruck oder Diabetes leidet, sollte ab 55 sein Schlaganfall-Risiko testen. Indem Nutzer ihren Finger auf die Kamera-Linse des Handys legen, können sie sich über die App ihren Herzrhythmus anzeigen lassen. Bei Abweichungen wird über ein Langzeit-EKG von 14 Tagen ein mögliches Vorhofflimmern überprüft und je nach Befund an einen Kardiologen in der Nähe zur Weiterbehandlung verwiesen.

Vorbeugen mit der Schlaganfall-App: Warum ein Lüner Chefarzt ins Fernsehen kam

Prof. Dr. Christian Perings, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Katholischen Klinikum Lünen/Werne. Hier zeigt er einen Miniatur-Herzmonitor. © Quiring-Lategahn

„Ein Viertel aller Schlaganfälle ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen“, sagt Christian Perings. Durch das Screening könne man sicher sein, dass man kein erhöhtes Risiko in sich trage. Die App ermögliche das Arzt- und ortsunabhängig.

Zweimal am Tag eine Minute dauere die Überprüfung des Herzrhythmuses. Sabine Postel machte es in der Sendung vor. Dass ihr Herz plötzlich schneller schlug, führte sie auf die Situation im Scheinwerferlicht zurück. Dort saß auch Komikerin Gabi Köster. Seit ihrem Schlaganfall vor zehn Jahren kämpft sie sich zurück auf die Bühne.

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Das ist die Schlaganfall-App

Die App kann im App-Store in einer Vortestversion kostenlos heruntergeladen werden. In dem Moment, wo Werte nicht in Ordnung sind und Dienste wie EKG-Aufzeichnung in Anspruch genommen werden, kostet es 5,30 Euro und 28 Euro pro Jahr mit dann vollem Service.

Christian Perings ist zugleich Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Zentrums für angewandte Telemedizin (WZAT) mit Dependance in Lünen. Es gebe Gespräche mit dem App-Hersteller, die Auswertung und das EKG in Lünen zu betreuen.

Als Medizinprodukt zertifiziert

Während auf dem Gesundheitsmarkt etliche Life-Style-Apps kursierten, sei die Schlaganfall-App durch mehrere wissenschaftliche Studien als Medizinprodukt zertifiziert. Die konkrete Erkennungsrate liege bei 90 Prozent.

Seinen Live-Auftritt im Studio in der später zeitversetzt ausgestrahlten Sendung fand Christian Perings „spannend“. Mit Sabine Postel verstehe er sich „glänzend“. Es sei interessant gewesen, eine wichtige Thematik in die Breite zu tragen und auch mal hinter die Kulissen zu sehen.

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