Welt-Schlaganfalltag

Vorboten eines Schlaganfalls: Lüner Klinik-Ärzte informieren am Telefon

Die leichten Vorboten eines Schlaganfalls nehmen viele nicht ernst. Das ist gefährlich. In einer Telefonaktion am Freitag (29.10.) beantworten Klinik-Ärzte des St. Marien Hospitals Fragen dazu.
Dr. Iris Adelt, Chefärztin Klinik für Neurologie des St. Marien Hospitals, steht mit zwei Oberärzten am Freitag (29.10) von 10 bis 13 Uhr für Fragen rund um das Thema Schlaganfall zur Verfügung. © Foto: Magdalene Quiring-Lategahn

Das Thema Schlaganfall ist durch die Pandemie in den Hintergrund gerückt. Aus Sorge, sich im Krankenhaus zu infizieren, sind viele Patienten mit leichten Beschwerden lieber zu Hause geblieben. Ein bundesweiter Trend, aber eine gefährliche Entscheidung, sagt Dr. Iris Adelt, Chefärztin der Klinik für Neurologie mit überregionaler Spezialabteilung für Schlaganfallpatienten (Stroke Unit) am Lüner St. Marien Hospital. Die Patienten riskieren damit einen schweren Schlaganfall. Tatsächlich habe die Zahl der schweren Schlaganfälle zugenommen.

Mit einer Telefonaktion am Welt-Schlaganfalltag (Freitag, 29.10.) wollen Lüner Klinik-Ärzte das Bewusstsein für die Anzeichen eines Schlaganfalls und die Notwendigkeit einer rechtzeitigen und hochwertigen Schlaganfallbehandlung schärfen. Der Tag steht unter dem Motto „Symptome verschwinden – Ursachen nicht“.

Erste Anzeichen unbedingt ernst nehmen

Genau das ist das Problem. Kurzzeitige Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, plötzliche Sprach- oder Sehstörungen können auftreten und wieder verschwinden. Sie sind Warnsignale des Körpers. Doch viele Menschen kennen sie nicht als mögliche Vorboten eines Schlaganfalls oder nehmen sie nicht ernst. Zu vorübergehenden Beschwerden können kognitive und emotionale Störungen gehören. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit sind einige Beispiele. Manche glauben, sich diese Anzeichen nur eingebildet zu haben. „Sie tun nicht weh, das ist tückisch“, so Iris Adelt.

Auch kurzzeitige Symptome sind ein Notfall

Betroffene sollten sofort reagieren. Egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich – Schlaganfälle treten oft unerwartet ein und können jeden treffen. Die Folgen sind vielfältig und unterschiedlich schwer. „Auch bei kurzzeitigen Symptomen handelt es sich um einen Notfall“, betont Iris Adelt. Dann sollte unbedingt die Notrufnummer 112 gewählt werden. „Der Weg zum Hausarzt kann schon zu lang sein.“ Von den Patienten mit Vorboten hätten 20 Prozent später einen großen Schlaganfall mit Lähmungen bekommen. „Wir Ärzte nehmen die Anzeichen sehr ernst“, sagt Iris Adelt. Patienten werden sofort auf der Stroke Unit behandelt. Ärzte suchen mit umfangreicher Diagnostik nach der Ursache, um eine vorbeugende Behandlung einleiten zu können.

Am Telefon beantworten Ärzte der Neurologischen Klinik Fragen zu dem Thema: Von 10 bis 13 Uhr sind am Freitag (29.10.) Chefärztin Dr. Iris Adelt und die Oberärzte Dr. Andreas Puschmann und Dr. Esam Al-Anwah zu erreichen unter Tel. (02306) 776001, (02306) 776002 und (02306) 776003.