Vorerst keine neuen Flüchtlinge in Lünen

Entspannte Lage

Voraussichtlich wird es bis Ende März keine Zuweisungen von Flüchtlingen an die Kommunen geben. Das teilte Fachdezernent Ludger Trepper mit. Das würde die Situation in den Flüchtlingsunterkünften entspannen und könnte die Nutzung des Aldi-Markts in der Merschstraße verändern.

LÜNEN

, 02.03.2016, 12:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vorerst keine neuen Flüchtlinge in Lünen

Der Umbau in der Flüchtlingsunterkunft an der Merschstraße schreitet voran.

Mit guten Nachrichten im Gepäck ist Fachdezernent Ludger Trepper vergangene Woche aus Arnsberg zurückgekehrt. Auf einer Regionalkonferenz hatte Innenminister Ralf Jäger gesprochen – und gesagt, dass es bis Ende März voraussichtlich keine Zuweisungen mehr an die Kommunen geben werde.

Das würde die Situation in den Flüchtlingsunterkünften entspannen, meint Trepper. Bisher gab es Anfang des Jahres einmal 94 Zuweisungen. „Dabei ist es geblieben“, sagt Trepper. Und dabei wird es wohl noch bis Ende März bleiben, wie auch Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, bestätigte: „Natürlich unter dem Vorbehalt, wie sich die Zugangssituation insgesamt entwickelt.“

Wann findet der Umbau statt?

Das heißt auch: Der ehemalige Aldi-Markt in der Merschstraße steht weiterhin leer – und wird womöglich gar nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt. „Wenn wir bis Ende März tatsächlich keine Zuweisungen bekommen, werden wir die Kapazitäten in der Merschstraße voraussichtlich gar nicht beziehen müssen“, sagt Trepper.

Das Gebäude war Mitte Januar mit Betten für bis zu 70 Flüchtlinge ausgestattet worden, später kamen noch die Dusch- und Toiletten-Container hinzu. Die will Gebäude nicht länger als bis Ende April vom Bauverein mieten, der es wiederum Anfang des Jahres nach langen Verhandlungen vom Discounter Aldi abgekauft hatte.

Die Stadt zahle eine Miete „deutlich unterhalb des Mietspiegels“, erklärt Trepper. Wie viel die beiden Container gekostet haben, verrät er nicht.

Gibt es schon Pläne für die Nachnutzung?

Eine unnötige Investition? „Auf keinen Fall“, sagt Trepper, „es war wichtig und richtig, über die Kapazitäten zu verfügen.“ Noch Anfang des Jahres sei der Druck wegen der vielen Zuweisungen immer höher geworden – und durch die Umwandlung des Aldi-Gebäudes habe man vermeiden können, eine Turnhalle für Flüchtlinge vorzubereiten. Zudem könnten die Container an anderen Standorten weiter benutzt werden.

Ab Anfang Mai steht dem Bauverein das Gelände an der Merschstraße also wieder zur Verfügung. Es gibt schon konkrete Pläne: „Wir gehen davon aus, dass wir direkt eine Nachnutzung parat haben“, sagt Andreas Zaremba, Vorstandsmitglied des Bauvereins. Noch würden die Gespräche aber laufen.

Die Stadt hat laut Trepper momentan noch Kapazitäten für 230 Flüchtlinge - inklusive der Unterkunft in der Merschstraße.

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