Warum das Colani-Ei nur selten vermietet wird

Viele Einschränkungen

Die exklusiven 300 Quadratmeter im Lüner Colani-Ei werden bisher nur selten vermietet. Die Nutzung der sogenannten "Business-Lounge" ist an zahlreiche Bedingungen geknüpft und bringt mehrere Einschränkungen mit sich - die vier größten Hürden.

LÜNEN

, 18.11.2016, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum das Colani-Ei nur selten vermietet wird

Das Colani-Ufo wird nur selten gemietet.

Peter Gatzka ist Prokurist der Lüntec-GmbH, bei der man die Lounge mieten kann. 9 Mal sei die Lounge in diesem Jahr bereits gemietet worden, im vergangenen Jahr 16 Mal, davor 17, davor mal 22, davor mal nur 6. „Es ist ein tolles Objekt“, meint Gatzka, „aber es war von vorneherein klar, dass es nicht jede Woche vier Mal gebucht wird.“ Denn dafür gibt es einige Hürden: „Das war aber durchaus gewollt damals“, sagt Gatzka.

  • Da wäre zum einen der Mietpreis: 750 Euro kostet ein Tag im 2009 zur Business-Lounge umgebauten „Ufo“. „Es gibt dort eine hochwertige Ausstattung und Designer-Möbel – wir wollten ja auch keine Konkurrenz zu anderen Tagungsorten sein“, sagt Gatzka.
  • Außerdem ist die Personenzahl auf 30 begrenzt. Das liegt vor allem an den Brandschutzvorschriften der Feuerwehr, weiß Lüntec-Betriebsleiter Heiko Gelesch. Die Rettungskräfte müssen im Notfall alle Menschen über eine enge, außen verlaufende Treppe bergen. Es gibt einen Fahrstuhl, aber dort können nicht mehr als vier Personen gleichzeitig hoch oder runter fahren. In den Räumen oben sorgt eine Sprinkler-Anlage aus dem Schiffsbau für Sicherheit im Notfall.
  • Nicht für jede Veranstaltung darf die Business-Lounge überhaupt vermietet werden. Denn der 600 000 Euro teure Umbau wurde auch aus Fördermitteln gestemmt. Und damit einher geht die Auflage, dass Veranstaltungen im Ufo dem Förderzweck entsprechen müssen, „wie etwa Gründermessen oder -seminare sowie Veranstaltungen, die dem Technologie-Transfer dienen“, wie es im Bewilligungsbescheid heißt. Diese Bindung gilt noch bis 2023. Es gebe zwar häufiger Anfragen, etwa für Hochzeitsfeiern, aber dafür ist eine Vermietung nicht möglich. Interne, also Mieter des Technologiezentrums Lüntec, dürfen das Ufo auch mieten.
  • Der Zugang ist nicht barrierefrei. Ein solcher Umbau wäre damals zu aufwendig gewesen, sagt Gatzka.

All das sind Bedingungen, die den Kreis potenzieller Mieter einschränken, weiß der Prokurist, der mit den Zahlen aber zufrieden ist. Rund 10 Prozent der Mieteinnahmen, sagt er, kämen über die Veranstaltungen – da sind allerdings auch die anderen Veranstaltungsräume mit eingerechnet. Beim Ufo geht es Gatzka aber nicht nur ums Finanzielle: „Das Ufo ist eine Landmarke“, sagt er, „es war im Tatort, Gruppen mit Radfahrern kommen vorbei – und damit können auch die Mieter werben.“

10 000 Quadratmeter Büroflächen bietet das Lüntec auf dem Gelände Am Brambusch an.
Die Auslastung liegt laut Prokurist Peter Gatzka derzeit bei etwa 87 Prozent.
Das Ufo ist 1995 auf den Grundpfeilern eines Förderturms gebaut worden. Die Idee stammt vom Designer Luigi Colani.
Kontakt: Tel. (0231) 9 86 01 05.
 

   

Rundgang durch die Business-Lounge des Lüntec in Brambauer.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 16. Nov 2016 um 2:52 Uhr

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