Warum Mo Asumang Rassisten gegenübertritt

Filmpräsentation in Lünen

Anfeindungen stehen auf der Tagesordnung, auch Morddrohungen erhielt sie bereits. Die in Deutschland geborene Filmemacherin Mo Asumang lässt sich davon kaum beeindrucken. Sie trifft sich sogar mit Rassisten. Im Video erzählt sie warum.

LÜNEN

, 09.03.2016, 17:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf Einladung des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Unna präsentierte Asumang, Tochter eines Ghanaers, am Mittwoch ihren Film „Die Arier“ in der Lüner Cineworld vor 300 Schülern. Abends las sie aus ihrem Buch „Mo und die Arier“ in der Lippe Buchhandlung vor. In Buch und Film geht Mo Asumang den Fragen nach, wer und was arisch ist, und woher die Arier kommen.

Dazu ist sie selbst auf stimmgewaltige und überzeugte Rassisten zugegangen. Über ihre Erfahrungen mit diesen Menschen und über Rassismus an sich hat Christopher Kremer mit der Autorin und Filmemacherin geredet.

Im Video redet Mo Asumang über Rassismus

Bei der Gesprächsrunde mit den über 300 Schülern im Anschluss an die Film- und Buchvorstellung wurde deutlich: Den Mut, sich mit diesen Leuten auseinanderzusetzen, konnten viele Schüler kaum fassen. Ein bisschen Angst habe sie schon gehabt während der Dreharbeiten, sagte Asumang. „Gut“, erklärte sie, „dass wir große, blonde und blauäugige Kamerafrauen dabei hatten – das war der beste Schutz.“  

Über den Film "Die Arier"

Der Film besticht nicht nur durch skurrile Typen und die Entlarvung rassistischer Parolen, er erklärt auch, woher der Begriff „Arier“ eigentlich kommt. „Lächerlich“, sagt ein Historiker aus dem Iran, „Hitler war verrückt, in Deutschland gibt es keine Arier.“ Denn ursprünglich kommt der Begriff aus Indien und dem Iran – Iran heißt übersetzt „Land der Arier“. In der späteren Geschichte hätten die „Rassenkundler“ den Begriff einfach aus der Sprachwissenschaft genommen und für ihre Zwecke angepasst.

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