Was ein Wasserbaumeister alles können muss

Flüsse und Bäche

Wasserbaumeister Michael Petruck kümmert sich darum, dass in Lünen alles fließt. Der Chef des Bauhofs des Lippeverbandes hat uns zum Weltwassertag erzählt, wie vielfältig sein Beruf ist. Denn Petruck hat zwar täglich mit Wasser zu tun, wird im Dienst aber nur ganz selten nass.

LÜNEN

, 22.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Was ein Wasserbaumeister alles können muss

Der Herr über Lünens Flüsse und Bäche: Michael Petruck, Wasserbaumeister des Lippeverbandes.

Sein Hauptarbeitsplatz ist der Schreibtisch an der Kurt-Schumacher-Straße. Von hier aus koordiniert er die Arbeiten. Draußen ist der 49-Jährige, wenn's Probleme gibt. Oder der Nikolaus über die Lippe zu den Kindern geschippert wird.

Der Fluss hat es Michael Petruck angetan. Unweit der Ufer ist er groß geworden. Hier beobachtete er Mitarbeiter des Lippeverbandes auf dem Boot und beschloss, Wasserbauer zu werden. Noch heute genießt es Michael Petruck, wenn früh morgens der Nebel über dem Fluss aufsteigt. Er mag die Ruhe. „Da sieht man, wie viel Leben in der Lippe ist.“

Natur und Technik

Uferentfesselung ist für ihn ein wichtiges Thema. Vieles sei schon verbessert worden, aber einiges noch zu tun. Hochwasserschutz und Wasserabfluss von 100 Kilometern Gewässer gehören zu den Aufgaben von Michael Petruck und seinen 16 Mitarbeitern. Sie kontrollieren Deiche und Stauhindernisse. Nicht jeder umgestürzte Baum wird entfernt. „Wenn er nichts blockiert, kann er als Totholz bleiben und Fischen Verstecke bieten.“

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Sein Beruf hat nicht nur viel mit Natur, sondern auch mit Technik zu tun. 80 Kilometer Kanäle, teilweise mit einem Durchmesser von 3,20 Meter, betreibt der Lipppeverband. Er übernimmt sie kurz vor der Kläranlage vom Stadtbetrieb für Abwasser Lünen (SAL). Damit das Klärwerk an der Sesekemündung bei Starkregen nicht zu viel Wasser bekommt, wird es in Staukanälen oder dem Überlaufbecken zurückgehalten. Das übernehmen Schieber und Drosselanlagen. Weil sich in den Kanälen Gase bilden, sind seine Mitarbeiter dort nur mit Warnmessgeräten und teilweise schwerem Atemschutz im Einsatz. Dafür trainieren sie bei der Grubenwehr.

Arbeit im Verborgenen

„Unsere Arbeit ist eher die im Verborgenen“, sagt Petruck. Dazu gehört auch die ständige Rufbereitschaft, um im Ernstfall innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein zu können. Täglich hat sein Team das Wetter und das Regen-Vorwarnsystem im Blick. Gewässerwirtschaft sei eine spannende Aufgabe. Michael Petruck kennt sie seit 34 Jahren. „Das kriegt man nur mit moderner Technik, guter Organisation und einer guten Mannschaft hin“, sagt er.

Am 22. März ist Weltwassertag. Seit 1993 wird dieser Tag aufgrund einer Resolution der Vereinten Nationen (VN) jährlich begangen. Diesmal steht der Weltwassertag unter dem Thema „Wasser und Arbeitsplätze“.
Michael Petruck, Wasserbaumeister beim Lippeverband, leitet den Bauhof an der Kurt-Schumacher-Straße mit 16 Mitarbeitern.
Wasserbauer sind vergleichbar mit Tiefbauern der Straße. Der Beruf ist vielfältig. Sie kümmern sich um Schifffahrtsstraßen, Deiche, Häfen und sogar Leuchtfeuer.
In Lünen gehören die ökologische Verbesserung der Gewässer, der Hochwasserschutz, der Wasserabfluss und die Pflege von Rad- und Wanderwegen an Seseke und auf dem Lippedeich dazu.
Bundesweit gibt es 200 Ausbildungsplätze zum Wasserbauer. Der Lippeverband bildet in Lünen einen Auszubildenden aus.

 

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